Als RB-Fan kann man über vieles diskutieren. Über 35 Profis im Trainingslager. Über einen Kader, der größer ist als mancher mittelständische Betrieb. Über 107 Millionen Euro Ablöse für sechs Spieler, bei denen die sportliche Bilanz bisher nicht überall zur Einkaufssumme passt. Alles legitim.
Aber beim Wort „Streichliste“ muss ich ehrlich gesagt den Kopf schütteln.
Lutsharel Geertruida, Arthur Vermeeren, El Chadaille Bitshiabu, Conrad Harder, Eljif Elmas und Lukas Klostermann sind keine Namen auf einem Einkaufszettel, die man einfach durchstreicht, weil der Schrank zu voll ist. Das sind Menschen. Spieler mit Verträgen, Familien, Erwartungen, Verletzungen, Formschwankungen und vermutlich auch einer ziemlich klaren Vorstellung davon, wie ihre Karriere weitergehen soll.
Natürlich muss RB den Kader verkleinern. 35 Spieler sind zu viele, wenn der Trainer mit 28 in die Saison gehen will. Natürlich entsteht sonst Unzufriedenheit. Natürlich kann nicht jeder regelmäßig spielen. Das ist Profifußball.
Aber vielleicht sollte man auch einmal fragen, wie diese Situation entstanden ist.
Elmas kam für 24 Millionen Euro und wurde verliehen. Geertruida kostete 20 Millionen, Vermeeren inklusive Leihe 23 Millionen, Bitshiabu 15 Millionen, Harder 24 Millionen. Dazu Klostermann, seit 2014 im Verein, 333 Pflichtspiele, dienstältester Profi – und nun angeblich ebenfalls Kandidat für den Ausgang.
Wenn sechs Spieler zusammen 107 Millionen Euro gekostet haben und kurz darauf als mögliche Abgänge gelten, liegt das Problem vielleicht nicht nur bei den Spielern. Vielleicht müsste man die viel zitierte „Streichliste“ einmal umdrehen und fragen: Wer hat diese Transfers geplant, bewertet und abgesegnet?
Besonders bei Klostermann wirkt die Sprache schief. Der Mann war über Jahre verlässlich, hat sich mit dem Klub entwickelt und ist längst Teil der RB-Geschichte. Wenn seine sportliche Rolle kleiner geworden ist und sein Vertrag teuer erscheint, darf man über einen Wechsel sprechen. Aber bitte mit Respekt und nicht so, als würde man einen alten Aktenordner aus dem Regal nehmen.
Auch bei den jüngeren Spielern gilt: Marktwerte sinken, Einsätze bleiben aus, Erwartungen werden nicht erfüllt. Das passiert. Aber wer Talente für Millionen verpflichtet und ihnen langfristige Verträge gibt, trägt eben auch Verantwortung, wenn die Entwicklung nicht wie erhofft verläuft.
Marcel Schäfer sagt zu Recht, der Kader müsse reduziert werden. Nur sollte man dabei nicht vergessen: Hinter jeder Personalentscheidung steht ein Mensch.
Also bitte weniger „Streichliste“ und mehr Klartext. Wer soll gehen? Warum? Welche Perspektive gibt es? Und welchen Anteil hat der Verein selbst an der Situation?
Ich bin nur Fan. Aber selbst ich verstehe: Spieler kann man verkaufen. Respekt sollte man behalten.
ja google mal nachdem Wort in Kombination mit RB Leipzig, da findest Du diverse Überschriften dazu, ich habe mich da auch schon geärgert
Die Frage sollte erlaubt sein:
Wer hat denn das Wort „Streichliste“ formuliert?
Habe woanders sogar noch eine andere sogenannte “ Streichliste “ gelesen , da war auch von Banzuzi die Rede.
Kann mir nicht vorstellen, dass man Harder und Banzuzi verkauft….beim besten Willen nicht .
Das Spieler gehen müssen,ist klar und da gibt es ja auch noch paar U19 Spieler,die bestimmt verliehen werden…..in paar Tagen sind wird dann schlauer.