Startseite Allgemeines Borussia Dortmund:BVB vor der Saison 2026/27: Viel Talent, aber noch lange kein Bayern-Jäger
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Borussia Dortmund:BVB vor der Saison 2026/27: Viel Talent, aber noch lange kein Bayern-Jäger

hpgruesen (CC0), Pixabay
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Als BVB-Fan möchte man vor jeder neuen Saison daran glauben, dass diesmal wirklich etwas geht. Dass Dortmund dem FC Bayern nicht nur ein paar Wochen lang auf den Fersen bleibt, sondern bis zum Schluss ernsthaft um die Meisterschaft spielt.

Beim Blick auf den aktuellen Kader fehlt mir dafür allerdings der Glaube.

Der BVB setzt offenbar konsequent auf Verjüngung. Mit Konstantinos Karetsas, Joane Gadou, Justin Lerma und Kauã Prates kommen mehrere hochveranlagte Spieler. Diant Ramaj kehrt als Torhüter zurück. Das klingt spannend und langfristig vielleicht sogar sehr vernünftig.

Aber spannend ist nicht automatisch meisterschaftsreif.

Karetsas soll rund 33 Millionen Euro kosten und gilt als großes Talent. Doch ein 18-Jähriger ist kein fertiger Führungsspieler, der den BVB sofort auf Bayern-Niveau hebt. Auch Gadou, Lerma und Prates mögen enormes Potenzial besitzen. Sie müssen sich aber erst an Bundesliga, Druck, Erwartungen und das Dortmunder Umfeld gewöhnen.

Gleichzeitig haben mit Julian Brandt, Salih Özcan, Julien Duranville, Cole Campbell, Kjell Wätjen und offenbar auch Karim Adeyemi mehrere Spieler den Verein verlassen. Besonders die Abgänge von Brandt und Adeyemi wiegen sportlich schwer. Brandt brachte Erfahrung, Kreativität und Bundesliga-Routine mit. Adeyemi war zwar nicht immer konstant, konnte mit seinem Tempo aber Spiele entscheiden.

Genau hier liegt das Problem: Der BVB gibt etablierte Qualität ab und ersetzt sie vor allem durch Perspektive.

Natürlich kann diese Strategie aufgehen. Vielleicht entwickelt sich Karetsas schnell zum Unterschiedsspieler. Vielleicht schlagen die jungen Verteidiger sofort ein. Vielleicht kommt mit Said El Mala noch ein weiterer starker Offensivspieler. Und vielleicht gelingt sogar eine erneute Verpflichtung von Jadon Sancho.

Doch derzeit besteht der Kader aus zu vielen Hoffnungen und zu wenigen Gewissheiten.

Der FC Bayern startet normalerweise mit einem Kader, der auf fast jeder Position internationale Erfahrung, individuelle Klasse und mehrere gleichwertige Alternativen bietet. In Dortmund sieht es dagegen schnell dünn aus, sobald Verletzungen, Formkrisen oder englische Wochen hinzukommen.

Ein Titelanwärter braucht nicht nur talentierte Stammspieler. Er braucht auch eine Bank, die Spiele drehen kann. Er braucht Führungsspieler, die in schwierigen Phasen Verantwortung übernehmen. Und er braucht Profis, die den Druck eines Meisterschaftskampfes bereits kennen.

Davon sehe ich beim BVB aktuell zu wenig.

Die Idee hinter dem Umbruch ist nachvollziehbar. Junge Spieler entwickeln, Werte schaffen und eine Mannschaft mit Zukunft aufbauen – das passt zu Borussia Dortmund. Aber wer gleichzeitig vom Angriff auf Bayern spricht, muss mehr liefern als eine Sammlung interessanter Talente.

Der aktuelle Kader kann eine gute Saison spielen. Er kann begeisternden Fußball zeigen, junge Spieler hervorbringen und sich für die Champions League qualifizieren. Doch für eine echte Meisterschaftskonkurrenz reicht mir das bislang nicht.

Als Fan hoffe ich natürlich, dass ich mich irre. Aber Hoffnung allein gewinnt keine Meisterschaft. Dafür braucht es Qualität, Tiefe und Erfahrung. Und genau davon hat der BVB im Moment nicht genug.

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