Früher war bei Ritter Sport alles ganz einfach: quadratisch, praktisch, gut. Heute scheint die neue Produktlinie zu lauten: teuer, kompliziert, Personalabbau.
Zum ersten Mal in über 110 Jahren Unternehmensgeschichte greift der schwäbische Schokoladenhersteller zum Mittel, das sonst eher bitter schmeckt: Stellenabbau. Mehr als jeder zehnte Job soll wegfallen – allein rund 70 in der Verwaltung am Stammsitz Waldenbuch. Man könnte sagen: Die Tafel wird dünner, nur leider nicht die Schokolade.
Die Begründung klingt wie die Zutatenliste eines Albtraums: Kakao extrem teuer, Energiepreise auf Koffein, Verpackungskosten ebenfalls nicht von dieser Welt. Dazu kommt eine neue Zutat: der Kunde, der plötzlich keine Lust mehr hat, für eine Tafel Schokolade den Gegenwert eines kleinen Mittagessens hinzulegen. Überraschung.
Dabei lief es auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: Der Umsatz stieg 2025 auf stolze 712 Millionen Euro. Aber wie so oft im Leben gilt: Mehr Einnahmen bedeuten nicht automatisch mehr Freude – vor allem dann nicht, wenn die Kosten schneller wachsen als der Appetit auf Schokolade.
Das Ergebnis: rote Zahlen. Und die sind bekanntlich schwer wegzuschmelzen.
Natürlich betont das Unternehmen, alles solle „sozialverträglich“ ablaufen. Ein schöner Begriff, der ungefähr so beruhigend wirkt wie „kann Spuren von Nüssen enthalten“ – man hofft das Beste, rechnet aber mit allem.
Besonders ironisch: Während die Tafeln immer teurer wurden (plus 71 Prozent seit 2020), wurden sie offenbar nicht gleichzeitig unwiderstehlicher. Weniger Absatz trotz höherer Preise – das ist die Art von Mathematik, bei der selbst die berühmte quadratische Form nicht mehr hilft.
Bleibt die Frage: Was kommt als Nächstes? Dreieckig, teuer, arbeitslos?
Oder doch zurück zu den Wurzeln: einfach gute Schokolade zu einem Preis, bei dem man nicht vorher den Dispokredit prüfen muss.
Bis dahin gilt: Quadratisch war gestern. Heute ist eher… wirtschaftlich unerquicklich.
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