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TGI AG was Kaltenegger sagt

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Mit Verlaub: Vieles von dem, was derzeit kommuniziert wird, wirkt eher wie Rhetorik denn wie belastbare Aufklärung. Selbstverständlich ist es zu begrüßen, wenn nun angekündigt wird, Fakten sprechen zu lassen. Allerdings stellt sich die berechtigte Frage, warum diese Transparenz nicht von Anfang an gegeben war. Ein Großteil der aktuellen Diskussionen und Unsicherheiten hätte sich vermeiden lassen, wenn frühzeitig offen, nachvollziehbar und überprüfbar informiert worden wäre.

Stattdessen entstand über einen längeren Zeitraum ein Kommunikationsbild, das nicht immer zur Klärung beigetragen hat. Einzelne öffentliche Auftritte mögen unterhaltsam wirken, ersetzen jedoch keine sachliche und überprüfbare Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse. Gerade in einem sensiblen Bereich wie diesem erwarten Kunden zu Recht Klarheit und Verlässlichkeit.

Sollte tatsächlich ein Goldbestand in der genannten Größenordnung – es ist von mehreren Tonnen die Rede – vorhanden sein, wäre das zweifellos positiv. Noch wichtiger wäre jedoch, dass dieser Bestand rechtlich sauber strukturiert ist, insbesondere im Hinblick auf eine insolvenzrechtliche Trennung zugunsten der Kunden. Genau an diesem Punkt fehlt es bislang an klaren, überprüfbaren Nachweisen. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob entsprechende Aussagen getroffen werden, sondern ob diese auch belastbar belegt werden können.

Aus unserer Sicht wäre es längst geboten gewesen, einen unabhängigen, vereidigten Wirtschaftsprüfer einzuschalten. Dabei geht es nicht um große Namen oder Ankündigungen, sondern um eine vollständige, testierte Prüfung. Eine solche Prüfung müsste zwingend alle Zahlungsströme umfassen – also auch solche, die nicht direkt über Konten der Gesellschaft gelaufen sind, sondern beispielsweise über Dritte. Nur so lässt sich ein Abgleich zwischen Soll- und Ist-Bestand seriös durchführen.

Dass die Situation nun eskaliert und der öffentliche Druck zunimmt, ist letztlich auch eine Folge der bisherigen Vorgehensweise. Viele der jetzt präsentierten oder angekündigten Maßnahmen hätten bereits deutlich früher erfolgen können – ohne den heutigen Aufwand, ohne die Vielzahl externer rechtlicher Beteiligter und ohne die entstandene Unsicherheit bei Kunden.

In diesem Zusammenhang ist auch festzuhalten, dass mehrfach Gesprächsangebote unterbreitet wurden, um offene Fragen in einem direkten Austausch zu klären. Diese Angebote wurden jedoch nicht angenommen. Ein konstruktiver Dialog hätte möglicherweise dazu beitragen können, Missverständnisse frühzeitig auszuräumen und Vertrauen zu schaffen.

Gleichzeitig gilt es, bei aller Kritik die notwendige Fairness zu wahren: Ein belastbarer Nachweis dafür, dass die behaupteten Goldbestände nicht vorhanden sind, liegt derzeit nicht vor. Ebenso wenig gibt es eine abschließende rechtliche Bewertung, die dies eindeutig feststellt. Umso wichtiger ist es, die weitere Entwicklung sachlich und differenziert zu betrachten.

Die aktuelle Lage lässt sich sinnbildlich als ein Spiel beschreiben, bei dem es nun auf Präzision und Transparenz ankommt. Entscheidend ist, dass am Ende Klarheit herrscht – insbesondere im Interesse der Kunden. Denn genau um deren Vertrauen und Vermögenswerte geht es letztlich.

11 Kommentare

  • Da werden einige ihr gesamtes Vermögen verlieren, Kunden und Empfehlungsgeber. Da bin ich ganz sicher, denn ganz große Jammern wird bald kommen. Ich bin überzeugt davon, das die BaFin eine Rückabwicklungsverfügung erlassen wird, und dann gehen die Lichter eines Pontisystems aus. Helmut pack die Koffer.

  • Ja, Thomas Bremer – was soll man zu ihm sagen? Er ist sehr erfolgreich darin, Gaunern das Handwerk zu legen. Ich war auch mal bei einer, wie ich heute weiß, Gaunerfirma als Vertriebsmitarbeiter. Je mehr Thomas Bremer Artikel veröffentlicht hat, desto schwieriger wurde mein Geschäft. Ich habe ihn gehasst, aber nach einigen Monaten habe ich dann mitbekommen, dass er mit all seinen Hinweisen richtig lag und das Unternehmen von der Staatsanwaltschaft hochgenommen wurde. Heute sitzen die Herren immer noch im Gefängnis, denn es fehlten fast 100 Millionen an Kundengeldern. Immer wenn ich solch eine Artikelserie von Bremer lese, dann weiß ich: Er schlägt wieder zu. Für die Vertriebler eine Katastrophe.

  • Hallo Simone, ganz ehrlich gib den Jungs von TGI AG jedem einen Euro, dann sollen die sich das von Ihrer Parkuhr erklären lassen. Das ist vergebliche Mühe bei dem Niveau was ich kenne.

  • Versprochen wird, es würde das gekaufte Gold sofort, persönlich zuordenbar sicher eingelagert. Was ich sehe sind zwei schwarze Plastikwannen in die ein haufen Dorebarren, minderer Qualität, gekippt wurden und von denen behauptet wird der linke untere Schnipsel von Barren Nr.1027 wird in drei Jahren umgeschmolzen und dann der 20g , 999,9er Goldbarren sein den Du gekauft hast. Lustigerweise wird er dann von Europäischen Premiumanbietern gestempelt sein. Jedenfalls habe ich bisher, wenn irgendwo Auslieferungen von Kunden fotographiert wurden nur solche Barren gesehen.

    • Wobei man fairerweise dazusagen muss, das man Dore-Barren auch verkaufen kann. Nur und da wird´s komplexer muss ich faktisch die Zusammensetzung kennen, damit ein Entgelt bestimmt werden kann. Und die Zusammensetzung ist bekannterweise auch in ein und derselben Miene (teilweise sehr) unterschiedlich.

      Aber deine Aussage – liebe Simone – impliziert eine weitere Frage:
      Gibt es tausende Belege, in denen Dore Barren zu Geld gemacht wurden? Gibt es diese nicht wurde das Geld von anderen Kunden im System zum Ankauf der gelieferten Feingoldbarren verwendet. Was das bedeuten würde wissen wir alle.

  • Seltsam, dass man immer wieder darauf hinweisen muss, regelmässige Rabattzahlungen und Goldlieferungen sagen nichts über die Herkunft dieser Gelder aus, sondern zeigen nur dass noch genug Geld im TGI- Konstrukt vorhanden ist.

    Viele Geschäftsmodelle von Charles Ponzi bis PIM- Gold und von Bernard Madoff bis zur SK- Gruppe, hatten so kange sie noch flüssig waren ähnlich euphorisierte Fans und Empfehlungsgeber. Nicht, dass ich die TGI damit vergleichen möchte, es wäre nur hilfreich dem Eindruck entgegenzuwirken man würde ähnlich handeln, indem man einfach unabhängig geprüft, Geschäftszahlen, Schürfergenise, Überweisungsbelege etcetera vorlegen würde. Wie sich das eigentlich gehört. Anstatt dessen kommen die nächsten Geschichten aus dem Wienerwald…..( 10 Maschinen im Februar, Börsenprospekt Ende 2025…).

    Und nein, wenn meine Nichte anruft und sagt ein nigerianischer Prinz hätte sie angerufen und ihr eine Millionen versprochen wenn sie ihm 10.000 überweist, muss nicht iich belegen, dass der Anrufer kein Prinz ist oder das er keine Millionen hat.

  • Interessant. Wenn Sie Dokumente haben, die Widersprüche belegen und sogar noch weiter reichen, warum belegen Sie sie nicht? Sind das Beweise oder nur Spekulationen? Ihre Artikel wirken so, als ob Sie das, was in der Academy erklärt wird, nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Jedoch Nachweise von Seiten des Anbieters zu erbitten, finde ich natürlich auch gut. Warum Sie bei Anfragen keine Antworten (mehr) bekommen, könnte ich auch nur vermuten. Genau so, wie Ihre Aussage in Ihrer Anmerkung: „dass uns in der Redaktion umfangreiche „Dokumente“ vorliegen, die in vielen Dingen viel weitergehen, als bisher bekannt“ und „Ich verspreche Ihnen noch so manche Überraschung“. Damit bewirken Sie vielleicht bei vielen, die nicht selber nachdenken und recherchieren, ein ungutes Gefühl, obwohl es leere Vermutungen, Spekulationen sein könnten.

  • @J.W.
    Behörden starten keine Warnungen, wenn nicht genügend Anhaltspunkte dafür gegeben waren bzw. sind. Und sie formulieren nicht so scharf wie die FMA Liechtenstein, wenn dazu kein Anlass besteht. Sie dürfen also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass da mehr vorliegt als öffentlich bekannt ist. Zudem sind in derartigen Verfahren ausschließlich Fakten wirklich hilfreich – und die will man ebendort auch in allen Detail wissen.

    Nur kurz zwei Punkte:

    1. Laut AGB werden keine Doré-Barren, sondern Feingoldlagerung zugesichert (und das sind Dorés per Definition nicht). Das heißt: Die Kunden haben meines Erachtens allein dadurch einen Rückabwicklungsanspruch.

    2. Rechtlich gesehen ist das auf Grundlage dieser Informationen meines Erachtens recht zweifelsfrei ein Einlagengeschäft – so sehen das auch die BaFin sowie die FMAs Liechtenstein und Österreich. Weiters ist zu vermuten, dass ein Rechtsberater der TGI AG genau das der Unternehmensleitung bereits vor geraumer Zeit mitgeteilt hat. Das würde auch den „Eiertanz“ der letzten Monate erklären. Denn dass ausgerechnet die TGI AG einen Goldbunker nicht mit 10.000 Videos dokumentiert, muss einen Grund haben. Der Geschäftsführerverschleiß ist zudem mehr als auffällig.

    Abschließend die Frage die ich bereits gestellt hatte:
    Mach dir bitte kurz die Mühe und rechne die Zahlen nach die TGI angibt umzusetzen. Brauchst auch gar nicht 7 Jahre zurückzugehen, nimm nur 2. Und dann halte die 2,2t Gold dagegen (von denen wir jetzt vorweg annehmen die sind auch alle ordnungsgemäß den Kunden zugeordnet, verifiziert ist das ohne Vorlage des Gutachtens ohnehin nicht).

    Und rechne den Doré-Barren mit rund 80 % Werthaltigkeit (errechnete Annahme) gegenüber dem vertraglich zugesicherten, LBMA-zertifizierten Feingold um.

    Kannst du mir bitte mitteilen, auf welchen errechneten Doré-Barren-Lagerbestand du kommst?

    • @Stefan: Sie sagen es selbst: Man sollte in derartigen Verfahren bei den Fakten bleiben, also auch nicht darüber mutmaßen, dass da irgendetwas mehr vorliegt als öffentlich bekannt.
      Zu 1.: Ich finde das nicht in den AGBs, wo lesen Sie das? In den AGBs geht es um Vertragliches, Risiken, Rechtliches etc. Aber klar, ich verstehe e so, dass der Kunde Feingold kauft, das er aber nach den alten Modellen erst nach drei Jahren ausgeliefert bekommt. In der Zwischenzeit müssen die Rabatte erwirtschaftet werden, der Wert ist in Form von Dore-Barren gesichert, die noch zu Feingold verarbeitet oder verkauft werden müssen. Im Kaufvertrag steht klar, dass das Feingold erst nach 36 Monaten ausgeliefert werden kann.
      Zu 2.: Auf welcher rechtlichen Grundlage sehen Sie ein Einlagengeschäft? Auf Ihre weiteren Vermutungen gehe ich nicht ein, das wäre hier unseriös, weil es nur noch mehr Verwirrung verursachen könnte.
      Zu Ihrer Frage: Die verstehe ich nicht, aber Zahlen zur Werthaltigkeit der Dore-Barren wurden genannt und sind nicht 80%, wie kommen Sie darauf? Ich bin auch nur zufriedener Kunde und verstehe, dass Gold regelmäßig gekauft und seit wohl ungefähr zwei Jahren auch ausgeliefert wird.
      Überlassen wir es den Behörden, alles zu überprüfen, insbesondere den neuen Prüfbericht. Hier weiter zu spekulieren lehne ich ab. Sicherlich muss eine AG wie die TGI auch nicht alle Geschäftsgeheimnisse preisgeben, aber hoffentlich so viel, dass man sich auch individuell als Kunde ein Bild über die Tragfähigkeit machen kann.

  • Herr Bremer,
    „Ein belastbarer Nachweis dafür, dass die behaupteten Goldbestände nicht vorhanden sind, liegt derzeit nicht vor.“ Das ist richtig, und die Haltung, die in den vergangenen Wochen in Ihren Artikeln fehlte.
    Sie veröffentlichten in kurzer Zeit viele negative Bewertungen, die einen starken Verdacht ohne diesen Vorbehalt und ohne Beweise Ihrerseits kommunizierten. Tausende Kunden, die das Modell verstehen lernten und aus eigener Erfahrung kennen, monatliche Zahlungen erhalten und teilweise ihr Gold bereits geliefert bekamen, wurden durch diese Berichterstattung verunsichert und von Ihnen geraten, jetzt schnell Geld für anwaltliche Beratung auszugeben; neue Interessenten möglicherweise davon abgehalten, Kunde zu werden. Das hat Wirkung — und damit auch Verantwortung.
    Dass mehr Transparenz gut ist, teile ich ausdrücklich. Dass ein Wirtschaftsprüfbericht, eine physische Vor-Ort-Prüfung mit 15%-Stichprobe und eine halbjährliche Depotprüfung angekündigt und nun durchgeführt wurden — das sind genau die Schritte, die Sie selbst gefordert hatten. Diese Entwicklungen verdienen Erwähnung, nicht nur neuerliche Skepsis. Alle Ihre Fragen wurden ja schon immer in den regelmäßigen Academy-Webinaren sowie zuammenfassend auf der Website beantwortet, nun auch nachgewiesen. Jetzt sollten Sie abwarten, was damit passiert, bevor Sie voreilig wieder Vorverurteilungen treffen, die Sie nicht beweisen können, aber weiter Verunsicherung und falsche Handlungen verursachen könnten.

    Anmerkung der Redaktion:
    Sie gestatten, dass ich schmunzle, auch wenn das Ihr Ernst ist. Also, wir haben uns seit Jahren um eine ordentliche Kommunikation bemüht, zum Beispiel auch über die Rechtsanwälte, die Herr Kaltenegger in der Vergangenheit eingeschaltet hatte. Nachdem wir auf die Anschreiben der Rechtsanwälte geantwortet hatten, kam dann nichts mehr. Bei einer Nichtkommunikation bleibt dann leider oft nur die Spekulation anhand von Dokumenten, Informationen und eigenen Recherchen, die man getätigt hat. Nahezu immer haben wir vor einer größeren Berichterstattung eine Presseanfrage übermittelt. Wenn Sie auch darauf keine Rückantwort bekommen, dann darf man sich nicht beschweren. Sie sollten sich einmal selbst die vielen Widersprüche in den Aussagen von Herrn Kaltenegger anschauen. Dubai, Afrika, Rohgold, 24-Karat-Gold – Widersprüche, die letztlich nur er aufklären kann.

    Gehen Sie bitte davon aus, dass uns in der Redaktion umfangreiche „Dokumente“ vorliegen, die in vielen Dingen viel weitergehen, als bisher bekannt. Es liegt jetzt an den Behörden, Klarheit in das System zu bringen. Den Behörden muss Herr Kaltenegger antworten, und mit Verlaub: Das mit dem BaFin-Bescheid will er wohl nicht verstehen. Ich hoffe, seine Rechtsanwälte erklären ihm das einmal so, dass auch er das versteht. Alles hat jetzt eine andere Dynamik bekommen, schauen wir mal, was die nächsten Tage und Wochen denn noch so bringen. Ich verspreche Ihnen noch so manche Überraschung.

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