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Neue US-Angriffe auf Iran – Konflikt weitet sich bis ins Rote Meer aus

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Die Vereinigten Staaten haben in der zehnten Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom richtete sich die jüngste Angriffswelle gegen militärische Fähigkeiten, mit denen Iran Handelsschiffe in der Straße von Hormus bedrohen kann.

Die strategisch wichtige Meerenge zählt zu den bedeutendsten Routen für den internationalen Öl- und Gastransport. Washington versucht offenbar, iranische Raketen-, Drohnen- und Überwachungssysteme entlang der Küste zu schwächen und die Schifffahrt zu sichern.

Iran hatte zuvor mit Angriffen auf Staaten reagiert, in denen sich amerikanische Militärstützpunkte befinden. Ziele lagen demnach unter anderem in den Golfstaaten und in Jordanien.

US-Präsident Donald Trump kündigte eine besonders harte Reaktion auf den Tod amerikanischer Soldaten an. Am Wochenende hatte das US-Militär gemeldet, dass drei weitere Angehörige der Streitkräfte bei iranischem Beschuss ums Leben gekommen seien.

Huthis erklären „Seeblockade“ gegen Saudi-Arabien

Parallel zur Eskalation zwischen Washington und Teheran verschärft sich auch die Lage im Roten Meer. Die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen erklärten nach eigenen Angaben eine sofortige „Seeblockade“ gegen Saudi-Arabien.

Die Miliz begründete den Schritt mit der seit Jahren bestehenden saudischen Blockadepolitik gegenüber dem Jemen. Sie wirft Riad vor, Häfen und Flughäfen zu behindern sowie Ressourcen des Landes auszubeuten.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Huthis auf Ersuchen Teherans zudem eine Sperrung wichtiger Seewege für Öltransporte vorbereiten. Im Mittelpunkt steht die Meerenge Bab al-Mandab vor der jemenitischen Küste. Sie verbindet den Golf von Aden mit dem Roten Meer und ist eine zentrale Passage für den Handel zwischen Asien, Europa und dem Mittelmeerraum.

Die Angaben über die geplante Sperre lassen sich bislang nicht unabhängig bestätigen.

Saudi-Arabien kündigt Schutzmaßnahmen an

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bezeichnete die Drohungen der Huthis als Verstoß gegen das Völkerrecht und als Akt der Piraterie. Nach Angaben des Bündnisses wurden bereits zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Schiffen eingeleitet, die Bab al-Mandab passieren.

Die Huthis hatten bereits in der vergangenen Woche Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert. Sie reagierten damit nach eigener Darstellung auf einen Angriff auf einen von ihnen kontrollierten Flughafen.

Die neuen Gefechte beendeten eine rund vierjährige Waffenruhe zwischen den schiitischen Huthis und dem sunnitisch geprägten Königreich Saudi-Arabien. Damit droht neben der Straße von Hormus nun auch eine zweite zentrale Schifffahrtsroute zum Schauplatz des Konflikts zu werden.

Eine gleichzeitige Beeinträchtigung beider Meerengen könnte erhebliche Folgen für den Welthandel und die Energiepreise haben.

Berichte über neue Waffenruhe

Trotz der militärischen Eskalation gibt es Hinweise auf neue diplomatische Bemühungen. Das iranische Außenministerium bestätigte indirekte Kontakte mit Washington. Auch US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten seien grundsätzlich offen für Diplomatie.

Reuters berichtete unter Berufung auf einen iranischen Insider, Vermittler hätten eine zehntägige Waffenruhe vorgeschlagen. Welche Staaten an den Gesprächen beteiligt sind und ob beide Konfliktparteien den Vorschlag ernsthaft prüfen, ist bislang unklar.

Die bisherigen Waffenruhen waren jeweils nur von kurzer Dauer. Eine neue Vereinbarung müsste daher nicht nur die direkten Angriffe zwischen Iran und den USA erfassen, sondern auch die Aktivitäten verbündeter Gruppen in Jemen, Irak, Syrien und Libanon berücksichtigen.

USA melden erste „Pilotzonen“ im Südlibanon

Unterdessen meldete das US-Außenministerium erste Schritte zur Umsetzung einer Sicherheitsvereinbarung zwischen Israel und dem Libanon. In den südlibanesischen Orten Frun, Srifa und Sawtar al-Gharbiya seien sogenannte Pilotzonen eingerichtet worden.

Nach dem von Washington beschriebenen Modell sollen die libanesischen Streitkräfte dort schrittweise die Kontrolle übernehmen. Gleichzeitig soll die proiranische Hisbollah entwaffnet werden, während sich die israelische Armee aus den betroffenen Gebieten zurückzieht.

Mit den Pilotzonen soll getestet werden, ob dieser Ablauf praktisch umsetzbar ist, bevor das Konzept auf weitere Teile des Südlibanons ausgeweitet wird.

Eine offizielle Bestätigung aus Israel oder dem Libanon lag zunächst nicht vor. Damit bleibt offen, ob die Maßnahmen bereits tatsächlich begonnen haben oder zunächst nur auf diplomatischer Ebene vereinbart wurden.

Gefahr einer regionalen Eskalation wächst

Die Entwicklungen zeigen, dass der Iran-Krieg längst nicht mehr auf direkte Angriffe zwischen Washington und Teheran begrenzt ist. Mit den Huthis im Jemen und der Hisbollah im Libanon geraten weitere mit Iran verbündete Kräfte in den Mittelpunkt.

Gleichzeitig verlaufen zwei der wichtigsten Handelswege der Welt durch die betroffene Region: die Straße von Hormus und die Meerenge Bab al-Mandab. Werden beide Routen dauerhaft unsicher, drohen steigende Transportkosten, höhere Versicherungsprämien und neue Belastungen für die internationalen Energiemärkte.

Ob die gemeldeten Vermittlungsversuche eine neue Waffenruhe ermöglichen, bleibt offen. Vorerst deutet die zehnte amerikanische Angriffsnacht darauf hin, dass beide Seiten weiterhin auf militärischen Druck setzen.

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