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RB Leipzig Fan Kommentar: 20 Millionen für ein Versprechen – braucht Leipzig wirklich den nächsten Wunderknaben?

jorono (CC0), Pixabay
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Kennet Eichhorn gilt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Bayern München war interessiert, Borussia Dortmund ebenfalls, Liverpool soll lange vorne gelegen haben. Nun läuft offenbar alles auf ein Duell zwischen Bayer Leverkusen und RB Leipzig hinaus.

Als RB-Fan stellt sich dabei allerdings eine berechtigte Frage:

Braucht Leipzig wirklich den nächsten 16-jährigen Hoffnungsträger für ein Gesamtpaket von rund 20 Millionen Euro?

Natürlich klingt es verlockend. Jung, hochtalentiert, technisch stark, Nationalspieler, von Scouts in ganz Europa beobachtet. Solche Geschichten verkaufen sich hervorragend. Doch der Fußball besteht nicht aus YouTube-Zusammenschnitten und Scouting-Berichten.

Die Wahrheit ist: Zwischen einem großen Talent und einem großen Fußballer liegen Welten.

Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren gelesen, dass der nächste Superstar gefunden wurde? Wie viele Wunderkinder wurden als „neuer Kroos“, „neuer Wirtz“ oder „neuer Musiala“ bezeichnet? Und wie viele davon spielen heute tatsächlich auf diesem Niveau?

Die Antwort ist ernüchternd.

Für jeden Florian Wirtz gibt es zehn Talente, die irgendwann stagnieren, verletzt werden, den Druck nicht verkraften oder einfach nicht den entscheidenden Schritt schaffen.

Gerade RB Leipzig kennt diese Geschichte nur zu gut. Der Verein hat zwar viele Talente entwickelt, aber nicht jeder vermeintliche Rohdiamant wurde auch zum internationalen Topspieler. Manche verschwanden irgendwann in der zweiten Reihe oder landeten Jahre später bei Mittelklassevereinen.

Hinzu kommt der Preis.

20 Millionen Euro für einen Spieler, der noch nicht einmal eine komplette Profisaison absolviert hat, sind eine gewaltige Investition. Für dieses Geld kauft man keine Leistung, sondern Hoffnung.

Und Hoffnung schießt bekanntlich keine Tore.

Natürlich könnte Eichhorn in drei oder vier Jahren ein Weltklassespieler sein. Vielleicht wird er sogar Nationalspieler und spielt irgendwann Champions-League-Halbfinals. Aber vielleicht eben auch nicht.

Gerade deshalb sollte Leipzig sehr genau überlegen, ob man bereit ist, für einen 16-Jährigen Summen zu investieren, die früher für gestandene Bundesliga-Profis bezahlt wurden.

RB braucht nicht nur Talente. RB braucht Spieler, die den Verein sofort oder zumindest zeitnah weiterbringen.

Die Kaderplanung darf nicht ausschließlich aus Zukunftswetten bestehen. Sonst droht die Gefahr, dass man Jahr für Jahr die „Stars von morgen“ verpflichtet, während andere Vereine mit den Stars von heute Titel gewinnen.

Eichhorn mag ein außergewöhnliches Talent sein. Daran zweifelt kaum jemand.

Aber Talent ist keine Garantie.

Und genau deshalb wäre eine Verpflichtung für 20 Millionen Euro kein Selbstläufer, sondern ein Risiko.

Ein Risiko, das sich auszahlen kann.

Aber eben auch eines, bei dem man sich in fünf Jahren fragen könnte:

War das wirklich der nächste große Star – oder nur der nächste große Hype?

1 Komment

  • Titel gewinnt man nur mit einer guten Mischung von erfahrenen Spielern und jungen Talenten die sich als Mannschaft präsentieren . Deshalb kann nicht nur der profitable Wiederverkauf der Spieler im Vordergrund stehen.

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