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Chinas WM-Held trägt keine Fußballschuhe – sondern Gelbe und Rote Karten

ridvan-selli (CC0), Pixabay
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Während sich die meisten Nationen bei der Fußball-Weltmeisterschaft auf ihre Stars auf dem Rasen freuen, hat China einen etwas ungewöhnlichen Weg gefunden, um dennoch mitzureden.

Da sich die chinesische Nationalmannschaft erneut nicht für die WM qualifizieren konnte, feiern viele Fans nun ausgerechnet einen Schiedsrichter als ihren größten Vertreter beim Turnier: Ma Ning.

Der 46-Jährige ist in der Fußballwelt längst kein Unbekannter. Berühmt wurde er vor allem für seine Vorliebe, Karten zu verteilen. Bei einem Spiel in Shanghai im Jahr 2015 zeigte er neun Gelbe und drei Rote Karten und erhielt dafür den Spitznamen „Kartenmeister“.

Während andere Länder ihre Torjäger feiern, freuen sich chinesische Fans nun auf den Mann mit der Pfeife.

In den sozialen Netzwerken überschlagen sich die Kommentare.

„Wir haben Ma Ning. Wen habt ihr?“, schrieb ein Nutzer.

Ein anderer bemerkte trocken:

„Andere Länder schauen ihrer Nationalmannschaft zu. Wir schauen unserem Schiedsrichter beim Kartenverteilen zu.“

Ma Ning reist gemeinsam mit weiteren chinesischen Offiziellen zur Weltmeisterschaft und wird dort als FIFA-Schiedsrichter eingesetzt. Auf Chinas sozialen Plattformen entwickelte er sich bereits vor Turnierbeginn zum Internetstar.

Besonders beliebt war sein erster Beitrag auf der Plattform RedNote. Darin zog er ein kleines rotes Buch aus seiner Schiedsrichtertasche – eine Anspielung auf den Namen der Plattform und gleichzeitig auf seine legendären Roten Karten.

Die Botschaft war klar:

Wenn China schon keine Tore schießt, dann sorgt wenigstens jemand für Platzverweise.

Inzwischen hat Ma Ning fast 200.000 Follower gesammelt. Sponsoren stehen ebenfalls Schlange. Unternehmen wie Lenovo und Hisense nutzen seine Popularität für Werbekampagnen.

Sportlich ist die Begeisterung allerdings auch Ausdruck einer gewissen Frustration.

China konnte sich seit seiner einzigen WM-Teilnahme 2002 nicht mehr für das Turnier qualifizieren. Damals schied das Team ohne Punktgewinn und ohne eigenes Tor aus.

Fast ein Vierteljahrhundert später hat sich zumindest eines geändert:

Die chinesischen Fans haben gelernt, kreativ mit der Situation umzugehen.

Und so könnte Ma Ning tatsächlich zum einzigen chinesischen Teilnehmer werden, der bei dieser Weltmeisterschaft regelmäßig Schlagzeilen schreibt.

Allerdings weniger wegen spektakulärer Tore als wegen der Frage:

Wer bekommt heute die nächste Rote Karte?

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