Rechte und rechtspopulistische Parteien stehen derzeit in mehreren Ländern im Mittelpunkt der politischen Debatte – allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen. Während in Großbritannien und den USA enorme Geldsummen in den politischen Wettbewerb fließen, gingen in Deutschland Zehntausende Menschen gegen die AfD auf die Straße.
In Großbritannien erhält Reform UK zwei Rekordspenden von jeweils 36 Millionen Pfund. Der Kryptounternehmer Ben Delo überwies die bislang größte bekannte Einzelspende an eine britische Partei. Kurz darauf kündigte auch Christopher Harborne eine Zahlung in gleicher Höhe an. Damit erhält Reform UK innerhalb kurzer Zeit insgesamt 72 Millionen Pfund, umgerechnet mehr als 80 Millionen Euro.
Reform-Chef Nigel Farage sprach von großem Vertrauen in seine Partei. Delo erklärte, mit seiner Spende einen „fairen Kampf“ bei kommenden Wahlen ermöglichen zu wollen. Gleichzeitig steht Reform UK wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Parteispenden unter Druck. Die Polizei prüft Vorwürfe, wonach ausländische Geldquellen verschleiert worden sein könnten. Gegen Farage läuft zudem eine parlamentarische Untersuchung wegen eines früheren Millionengeschenks von Harborne.
Auch in den USA spielt Geld im Wahlkampf eine zentrale Rolle. Knapp acht Wochen vor den Kongresswahlen investieren Präsident Donald Trump und Elon Musk große Summen, um die republikanischen Mehrheiten im Senat und Repräsentantenhaus zu sichern. Trump stellte Ausgaben von bis zu 500 Millionen Dollar in Aussicht. Seine Organisation „MAGA Inc.“ und Musks „America PAC“ stecken bereits Millionen in besonders umkämpfte Bundesstaaten.
Ein Schwerpunkt liegt auf Texas, wo der republikanische Senatskandidat Ken Paxton gegen den Demokraten James Talarico unter Druck steht. Zusätzliche Millionen fließen in Wahlwerbung, Negativkampagnen und die Mobilisierung republikanischer Wähler.
Während rechte Parteien in Großbritannien und den USA enorme finanzielle Unterstützung erhalten, zeigt sich in Deutschland ein anderes Bild. Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gingen bundesweit bis zu 150.000 Menschen gegen die Partei und rechte Hetze auf die Straße.
In rund 20 Städten fanden Kundgebungen statt. Allein in Berlin sprachen die Veranstalter von etwa 32.000 Teilnehmern, in Düsseldorf protestierten rund 20.000 Menschen.
Die Entwicklungen zeigen, wie stark sich der politische Wettbewerb derzeit zuspitzt: auf der einen Seite Rekordsummen im Wahlkampf, auf der anderen Seite große Protestbewegungen gegen den wachsenden Einfluss rechter Parteien.
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