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Luxusboot mit 50-Meter-Pool vor Nordkoreas Küste: Satellitenbilder zeigen die abgeschirmte Welt der Führung

TheOtherKev (CC0), Pixabay
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Ein rund 80 Meter langes Schiff mit einem etwa 50 Meter großen Schwimmbecken und mehreren Wasserrutschen liegt vor Nordkoreas Ostküste. Satellitenaufnahmen zeigen das auffällige Wasserfahrzeug seit Juli wiederholt nahe der Halbinsel Kalma bei Wonsan. In unmittelbarer Umgebung befindet sich eine Sommerresidenz von Machthaber Kim Jong Un und seiner Familie.

Nach einer Auswertung von Satellitenbildern durch die BBC handelt es sich nicht um das einzige große Schiff in diesem Gebiet. Insgesamt wurden vier Wasserfahrzeuge mit geschätzten Längen zwischen 50 und 80 Metern beobachtet. Sie tauchten im Jahresverlauf mehrfach in der Nähe der Residenz sowie vor den Inseln Tae und Sin auf.

Wem die Schiffe offiziell gehören, ist nicht öffentlich bekannt. Ehemalige nordkoreanische Funktionäre und Fachleute halten eine Nutzung durch die Führung jedoch für naheliegend. Menschen ohne Verbindung zur Staatsspitze könnten Wasserfahrzeuge dieser Größenordnung demnach kaum besitzen oder ungehindert einsetzen. Die Aufnahmen allein belegen allerdings weder eine persönliche Anwesenheit Kims noch konkrete Reisen seiner Familie.

Der frühere Funktionär Ri Jong Ho beschreibt ein saisonales Muster: Im Winter würden die Schiffe an einer Werft liegen, im Sommer zur Residenz oder in die Gewässer vor Kalma gebracht. Dort dienten sie der Erholung. Kleinere Begleitboote könnten Menschen, Treibstoff und Vorräte transportieren.

Die Küstenregion Wonsan ist seit Jahrzehnten eng mit der Herrscherfamilie verbunden. Bereits unter Kim Jong Il nutzte die Elite dort abgeschirmte Anwesen. Historische Satellitenbilder zeigen schon 2002 ein großes Schiff mit vergleichbaren Merkmalen vor der Küste.

Die luxuriöse Ausstattung steht in scharfem Gegensatz zu den Lebensbedingungen vieler Nordkoreaner. Ein im Bericht angeführter UN-Bericht aus dem Jahr 2025 beschreibt verbreitete Zwangsarbeit, umfassende staatliche Kontrolle und chronische Lebensmittelknappheit. Schätzungsweise 40 Prozent der Bevölkerung seien unterernährt.

Auch Urlaub und Bewegungsfreiheit bleiben für viele Menschen stark eingeschränkt. Nach Aussagen von Geflüchteten werden bestehende Urlaubsansprüche häufig nicht eingehalten. Für Reisen außerhalb des eigenen Wohngebiets sind zudem behördliche Genehmigungen erforderlich.

Mit dem im Juli 2025 eröffneten Feriengebiet Wonsan-Kalma präsentiert die Staatsführung zugleich ein touristisches Prestigeprojekt. Hotels, Freizeitanlagen und Strände sollen ausländische Gäste sowie einheimische Besucher anziehen. Für große Teile der Bevölkerung dürften entsprechende Aufenthalte finanziell jedoch kaum erreichbar sein.

Die Satellitenbilder ermöglichen damit einen seltenen Blick auf eine abgeschirmte Freizeitwelt. Über Kaufpreise und Finanzierung der Schiffe geben sie keinen Aufschluss. Sie dokumentieren aber eine Ausstattung, die vom entbehrungsreichen Alltag vieler Menschen im Land weit entfernt ist.

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