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Love Scam in Wien: Wenn die große Liebe plötzlich 790.000 Euro kostet

PublicDomainPictures (CC0), Pixabay
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Liebe kann blind machen. In Wien war sie offenbar auch ziemlich teuer. Ein 62-jähriger Mann soll durch eine mutmaßliche „Love Scammerin“ um rund 790.000 Euro gebracht worden sein. Für diese Summe bekommt man normalerweise eine Eigentumswohnung, einen ordentlichen Fuhrpark oder zumindest sehr viele sehr ehrliche Blumensträuße. In diesem Fall gab es offenbar vor allem: schöne Worte, große Versprechen und ein Konto mit Durchzug.

Kennengelernt hatte der Mann die 30-Jährige über eine Social-Media-Plattform. Dort begann, was wohl als digitale Romanze startete und als finanzieller Totalschaden endete. Die Frau soll ihm eine Liebesbeziehung vorgespielt haben. Also nicht „Schmetterlinge im Bauch“, sondern eher „Lastschrift im Dauerbetrieb“.

Nach Angaben der Polizei soll sie erzählt haben, sie wolle in ein Kosmetikstudio und ein Wohnprojekt investieren. Das klingt zunächst nach Unternehmergeist, in Wahrheit aber wohl eher nach dem romantischsten Businessplan seit Erfindung der Kontovollmacht. Bereits 2024 soll der Mann erste Beträge überwiesen haben. Danach kamen offenbar weitere Geschichten hinzu – unter anderem soll Geld für eine Scheidung von einem angeblichen Partner benötigt worden sein.

Man muss sagen: Der Plot war ambitioniert. Kosmetikstudio, Wohnprojekt, Scheidung – da hätte selbst eine Vorabendserie gesagt: „Ein bisschen viel für eine Staffel.“ Doch der Mann zahlte offenbar weiter. Insgesamt soll sich der Schaden auf 790.000 Euro summiert haben. Bei dieser Summe hört selbst Amor auf zu schießen und fragt lieber nach einem Vermögensberater.

Am Donnerstag sollte es erneut zu einem Treffen in einem Lokal in Wien-Leopoldstadt kommen. Vielleicht war wieder Romantik geplant. Vielleicht auch nur ein weiterer finanzieller Nachschlag. Doch daraus wurde nichts. Noch auf dem Weg zum Lokal wurde die 30-Jährige aufgrund einer Festnahmeanordnung der Staatsanwaltschaft von Wiener Ermittlern festgenommen.

Die mutmaßliche Liebesbetrügerin wurde anschließend in eine Justizanstalt überstellt. Dort dürfte das Geschäftsmodell „Herz gegen Überweisung“ vorerst eher schwierig fortzuführen sein.

Der Fall zeigt einmal mehr: Wer im Internet sehr schnell sehr verliebt ist und kurz darauf sehr dringend Geld braucht, hat möglicherweise weniger Herzklopfen als Kontohunger. Natürlich kann echte Liebe auch online beginnen. Aber wenn sie nach wenigen Nachrichten Investitionen, Scheidungskosten oder Geschäftsprojekte finanzieren möchte, sollte man kurz innehalten und sich fragen: Ist das Romantik – oder schon Rechnungswesen?

Die wichtigste Regel bleibt: Liebe darf viel kosten – Nerven, Geduld, manchmal auch ein Abendessen in der Leopoldstadt. Aber wenn sie plötzlich 790.000 Euro braucht, sollte man nicht überweisen.

Man sollte die Polizei rufen.

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