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Trump wollte den großen Iran-Deal – jetzt zeigt Teheran ihm offenbar den Mittelfinger

qimono (CC0), Pixabay
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Donald Trump wollte eigentlich wieder einmal Geschichte schreiben.

Der große Dealmaker.
Der starke Mann.
Der Präsident, der den Iran zur Aufgabe zwingt.

Und jetzt?

Jetzt sitzt Washington offenbar vor einem Scherbenhaufen aus Drohungen, Fehleinschätzungen und einem Krieg, dessen Ausgang längst niemand mehr kontrolliert.

Denn wenn die Berichte stimmen, dass Irans Ober-Mullah die Ausfuhr von hochangereichertem Uran gestoppt hat, dann ist das vor allem eines:
eine direkte Demütigung für Trump und die USA.

Was haben die Mullahs eigentlich noch zu verlieren?

Genau das scheint inzwischen der entscheidende Punkt zu sein.

Der Westen tut seit Monaten so, als könne man den Iran noch mit Sanktionen, Drohungen oder Bombardements beeindrucken.

Aber ganz ehrlich:
Was haben die Mullahs aktuell überhaupt noch zu verlieren?

Die Wirtschaft liegt am Boden.
Das Land steht unter Dauerstress.
Israel bombardiert Ziele.
Die USA drohen permanent.
Das Regime ist international isoliert.

In so einer Situation reagieren autoritäre Systeme selten mit Kapitulation.
Sondern meistens mit Trotz.

Trump hat diesen Krieg völlig falsch eingeschätzt

Und genau hier liegt vermutlich Trumps größter Fehler.

Er glaubte offenbar, maximaler Druck würde Teheran schnell an den Verhandlungstisch zwingen.

Doch stattdessen passierte das Gegenteil:
Der Iran rückte enger zusammen.
Die Hardliner wurden stärker.
Und jede neue Drohung machte einen Kompromiss politisch schwieriger.

Trump wollte Stärke demonstrieren.
Jetzt wirkt es eher so, als würde er einem Regime hinterherlaufen, das längst beschlossen hat, sich nicht öffentlich beugen zu lassen.

Netanjahu und Trump – plötzlich knirscht es gewaltig

Dass es inzwischen offenbar Spannungen zwischen Trump und Benjamin Netanjahu gibt, überrascht daher kaum.

Denn Israels Premier verfolgt seit Jahren eine maximale Konfrontationsstrategie gegenüber Teheran.

Für Netanjahu gibt es praktisch nur eine Lösung:
vollständige Schwächung des iranischen Systems.

Trump dagegen wollte vermutlich ursprünglich etwas anderes:
einen spektakulären Deal, den er innenpolitisch verkaufen kann.

Das Problem:
Ein Krieg eignet sich schlecht für schnelle PR-Erfolge.

Vor allem dann, wenn der Gegner trotz Bomben und Sanktionen weiterhin Uran besitzt und sich nicht bewegt.

Die große Illusion: „Danach wird alles besser“

Besonders gefährlich bleibt aber eine andere Frage:
Was passiert eigentlich, wenn die Mullahs tatsächlich irgendwann stürzen?

Denn genau da beginnt die westliche Standardfantasie wieder:
„Danach wird alles demokratisch.“

Nur hat diese Idee in der Realität des Nahen Ostens historisch eher mäßig funktioniert.

Irak?
Libyen?
Afghanistan?

Überall glaubte man, nach dem Sturz autoritärer Systeme beginne automatisch eine bessere Zukunft.

Oft begann stattdessen Chaos.

Und was ist mit den Atomwaffen?

Die vielleicht wichtigste Frage wird ohnehin kaum ehrlich beantwortet:

Selbst wenn das iranische Regime irgendwann kollabiert –
wer garantiert eigentlich, dass das Wissen, das Material oder mögliche geheime Programme dann verschwinden?

Denn Uran verschwindet nicht einfach durch Pressekonferenzen.
Wissenschaftler vergessen ihr Wissen nicht plötzlich.
Und instabile Staaten sind oft deutlich gefährlicher als stabile Diktaturen.

Das ist die eigentliche Tragik:
Selbst ein „Sieg“ könnte am Ende neue Risiken schaffen.

Die Welt zahlt längst den Preis

Währenddessen bezahlt die Welt bereits heute den Preis für diesen Konflikt.

Die Ölpreise schwanken.
Die Region destabilisiert sich weiter.
Die Angst vor Terror, Eskalation und neuen Flüchtlingsbewegungen wächst.

Und überall verkaufen Politiker die Lage trotzdem noch als kontrollierbar.

Dabei wirkt inzwischen vieles eher wie ein geopolitisches Glücksspiel mit unkalkulierbarem Ausgang.

Am Ende könnte es nur Verlierer geben

Natürlich:
Die Mullahs werden vermutlich irgendwann untergehen.
Kaum ein autoritäres System hält ewig.

Aber die entscheidende Frage lautet eben:
Was bleibt danach übrig?

Ein friedlicher Iran?
Ein zerfallender Staat?
Ein Bürgerkrieg?
Neue Milizen?
Noch mehr Radikalisierung?

Niemand kennt die Antwort.

Und genau deshalb wirkt die aktuelle Strategie des Westens zunehmend wie der Versuch, mit einem Flammenwerfer eine tickende Bombe zu entschärfen.

Mit Donald Trump als Mann am Zünder und Benjamin Netanjahu daneben, der seit Jahren überzeugt scheint:
Mehr Feuer löst jedes Problem.

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