Leipzig will wachsen, Unternehmen anlocken, modern sein. Klingt gut. Dumm nur, wenn man schon beim simplen Thema Auto anmelden an der Realität scheitert.
Denn die ist ziemlich unerquicklich: Bis zu sieben Wochen Wartezeit für einen Termin in der Zulassungsstelle. Sieben Wochen – rund 50 Tage – für einen Verwaltungsakt, der in funktionierenden Strukturen eine Sache von Minuten ist. Wer heute ein Auto kauft, kann es im Zweifel erst anmelden, wenn die erste Begeisterung längst verflogen ist.
Und dann stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie passt das zu einer Stadt mit über 600.000 Einwohnern und wirtschaftlichen Ambitionen? Was denkt ein Unternehmer, der sich hier ansiedeln soll, wenn schon grundlegende Abläufe so aus dem Ruder laufen?
Intern ist von Personalproblemen die Rede: fehlende Mitarbeiter, Langzeitausfälle, Mutterschutz. Das alles mag stimmen – aber genau dafür gibt es Verwaltung: um solche Engpässe zu managen, nicht um sie monatelang durchzuschleppen.
Am Ende bleibt ein schaler Eindruck: Während politisch gerne über Verkehrswende und Zukunftskonzepte gesprochen wird, scheitert der Alltag an der Praxis. Nicht ideologisch, sondern organisatorisch.
Oder anders gesagt:
Wer eine Großstadt führen will, sollte zumindest dafür sorgen, dass man dort ein Auto anmelden kann – ohne Kalender und Geduldsmedaille.
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