Deutschland hat den angestrebten Sitz im UN-Sicherheitsrat verpasst. Österreich und Portugal bekamen den Zuschlag — Deutschland durfte trotz intensiver Werbetouren der Bundesregierung wieder nach Hause fliegen. Diplomatisch formuliert:
Es lief eher suboptimal.
Dabei hatte Berlin vorher alles gegeben:
Gespräche.
Überzeugungsarbeit.
Empfänge.
Wahrscheinlich sogar fair gehandelten Kaffee und moralische Vorträge gratis dazu.
Am Ende reichte es trotzdem nicht.
Besonders bitter:
Deutschland ist nach den USA zweitgrößter Geldgeber der Vereinten Nationen. Jahr für Jahr fließen Milliarden nach New York — nur beim Mitreden sitzt man jetzt eben nicht mit am Tisch.
Oder anders gesagt:
Beim Überweisen ist Deutschland immer pünktlich.
Beim Einfluss wird’s dann plötzlich schwierig.
Man kann sich die Abstimmung ungefähr so vorstellen:
Wenn irgendwo eine neue internationale Rechnung verteilt wird, ruft Berlin reflexartig:
„HIER! Wir zahlen mit!“
Geht es aber um Macht, Einfluss oder echte Entscheidungen, heißt es plötzlich:
„Vielen Dank für Ihr finanzielles Engagement — die Erwachsenen beraten jetzt alleine weiter.“
Besonders kurios:
Die Bundesregierung hatte vorher betont, man habe „alles Menschenmögliche“ getan. Offenbar gehörte dazu allerdings nicht, genügend Stimmen zu organisieren.
Jetzt sitzen also Österreich und Portugal im Sicherheitsrat — und Deutschland darf weiterhin hauptsächlich die Rolle des wohlhabenden Dauerzahlers übernehmen.
Immerhin bleibt eine deutsche Kernkompetenz unangetastet:
Die Welt retten wollen.
Alles bezahlen.
Und sich anschließend wundern, warum andere trotzdem bestimmen.
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