Als RB-Fan reibt man sich derzeit verwundert die Augen. Da führt Ole Werner den Verein nach einer turbulenten Saison souverän zurück in die Champions League, meistert einen großen Umbruch, etabliert eine neue Spielidee und holt am Ende 65 Punkte – und trotzdem wird über seine Zukunft diskutiert.
Die Frage, die sich viele Fans inzwischen stellen, lautet allerdings nicht nur: Passt Ole Werner zu RB Leipzig? Sondern vielmehr: Passt Marcel Schäfer eigentlich zu RB Leipzig?
Denn während die Leistung von Ole Werner für jeden sichtbar auf der Tabelle steht, bleibt die Bilanz des Sportgeschäftsführers bislang eher überschaubar. Werner kam nach Leipzig, übernahm eine Mannschaft im Umbruch, integrierte neue Spieler, stabilisierte die Defensive und führte RB auf Platz drei. Das Ergebnis ist messbar: Champions-League-Qualifikation, wirtschaftliche Planungssicherheit und eine deutlich ruhigere Saison als viele Experten erwartet hatten.
Und Schäfer?
Seit seinem Amtsantritt ist vor allem eines auffällig: öffentliche Zurückhaltung. Statt sich klar hinter den Trainer zu stellen, der die Saisonziele erfüllt hat, werden plötzlich Analysen angekündigt, Prozesse beschworen und Zukunftsfragen offengelassen.
Dabei sollte die Lage eigentlich eindeutig sein. Welcher Trainer soll denn bitte mehr liefern als Platz drei und die Rückkehr in die Königsklasse nach einem personellen Umbruch? RB hat nicht nur das Minimalziel erreicht, sondern den eigenen Punkterekord um gerade einmal zwei Zähler verpasst.
Dass ausgerechnet jetzt Zweifel an Werner kursieren, wirkt befremdlich.
Natürlich darf und muss man intern diskutieren. Aber wer Leistung fordert, sollte Leistung auch anerkennen. Und die ist bei Ole Werner nun einmal nachweisbar vorhanden. Bei Marcel Schäfer fällt es dagegen schwerer, konkrete Erfolge zu benennen, die den Verein sportlich entscheidend vorangebracht haben.
Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass in Leipzig wieder einmal ein Trainer mehr erklären muss als die Verantwortlichen über ihm.
Ole Werner hat geliefert. Punkt.
Wer nach dieser Saison ernsthaft an ihm zweifelt, sollte zunächst beantworten können, was die Alternative wäre. Und vor allem, welche außergewöhnlichen Leistungen jene Personen vorweisen können, die jetzt über den Trainer urteilen.
Aus Fansicht wirkt die Situation jedenfalls merkwürdig: Der Mann, der die Champions League erreicht hat, steht zur Debatte. Der Manager, dessen eigene Handschrift bislang kaum erkennbar ist, sitzt fest im Sattel.
Da darf man als RB-Anhänger schon einmal kräftig den Kopf schütteln.
Habe jedes Spiel gesehen u. außer einen großgewachsenen kopfball + körperlich robusten Sechser braucht RB dringend einen Mittelstürmer der öfter mal ins Tor trifft und die Anspiele seiner Mitspieler effektiv verarbeitet.
Sonst wird’s in der Champions-Liga ein Debakel l!!!