Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ausgerechnet Angehörige der Justiz sollen Informationen weitergegeben haben, die eigentlich geheim bleiben sollten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt – und zwar gegen eine Richterin und eine Justizangestellte.
Damit steht die Justiz vor einer ungewohnten Herausforderung: Sie muss herausfinden, wer der Justiz verraten hat, was die Justiz eigentlich geheim halten wollte.
Insider berichten, die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Schließlich kennen die Verdächtigen die Abläufe, die Vorschriften und möglicherweise sogar die Personen, die nun gegen sie ermitteln. Experten sprechen bereits von einem Heimspiel mit ungewissem Ausgang.
Besonders bemerkenswert ist die Vorwurfslage: Informationen sollen ohne dienstlichen Anlass weitergegeben worden sein. In Behördenkreisen sorgt das für Verwunderung. Üblicherweise dauert es bekanntlich Wochen, bis überhaupt Informationen weitergegeben werden – selbst mit dienstlichem Anlass.
Nun bleibt abzuwarten, ob die Justiz mit der gleichen Konsequenz gegen eigene Reihen vorgeht, die sie regelmäßig von Bürgern erwartet. Die Öffentlichkeit verfolgt das Verfahren jedenfalls mit großem Interesse. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass der Blick hinter die Kulissen ausgerechnet durch diejenigen ermöglicht wird, die die Kulissen verwalten.
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