Ja, jetzt gibt es Aufregung. Ja, jetzt fühlen sich einige Fans vor den Kopf gestoßen. Und ja, rund 5000 Dauerkarten-Inhaber haben Post vom FC bekommen. Aber ganz ehrlich? Als FC-Fan kann ich die Entscheidung des Vereins absolut nachvollziehen.
Denn irgendwann muss man sich die Frage stellen:
Wer sollte bei einem Mitgliederverein zuerst berücksichtigt werden – Mitglieder oder Nicht-Mitglieder?
45.000 warten. Vierzig. Fünf. Tausend.
Die eigentliche Schlagzeile ist für mich nämlich gar nicht, dass 5000 Fans ihre Dauerkarte verlieren könnten.
Die Schlagzeile lautet:
45.000 Mitglieder stehen auf der Warteliste.
45.000!
Das ist mehr als in so manchem Bundesligastadion überhaupt Platz haben.
Anders gesagt:
Man könnte ein zweites RheinEnergie-Stadion bauen und hätte die Hütte vermutlich direkt wieder voll.
Für 92 Euro geht die Welt nicht unter
Besonders lustig finde ich die Empörung mancher Betroffener.
Der FC bietet schließlich eine Lösung an:
Mitglied werden.
Kostenpunkt: 92 Euro im Jahr.
Also weniger als manche Fans in einer Saison für Kölsch ausgeben.
Wer seit Jahren eine Dauerkarte besitzt und den FC liebt, für den sollte eine Mitgliedschaft doch eigentlich keine unüberwindbare Hürde sein.
Wir reden hier schließlich nicht über eine Eigentumswohnung am Dom.
Mitgliedschaft ist mehr als ein Stück Papier
Der 1. FC Köln ist kein beliebiger Fußballkonzern.
Der FC gehört seinen Mitgliedern.
Und wenn die Mitglieder in einer Umfrage mit deutlicher Mehrheit sagen, dass Dauerkarten an eine Mitgliedschaft gekoppelt werden sollen, dann ist das gelebte Vereinsdemokratie.
Man kann nicht immer nach mehr Mitbestimmung rufen und sich dann beschweren, wenn die Mehrheit tatsächlich entscheidet.
Der FC führt den Stadion-TÜV ein
Noch besser gefällt mir die zweite Neuerung:
Wer eine Dauerkarte besitzt, soll künftig mindestens 14 Heimspiele nutzen.
Auch hier frage ich mich:
Wo genau liegt das Problem?
Es gibt Fans, die würden für eine Dauerkarte wahrscheinlich ihren Schwager versteigern.
Und gleichzeitig bleiben regelmäßig Plätze leer.
Das ist ungefähr so, als würde jemand ein Kölsch bestellen und dann nur am Schaum nippen.
Der Traumplatz ist kein Museumsstück
Eine Dauerkarte ist kein Sammlerstück.
Sie ist dafür da, genutzt zu werden.
Wer nicht kann, darf die Karte weitergeben oder die Ticketbörse nutzen.
Der Platz bleibt besetzt.
Das Stadion bleibt voll.
Alle gewinnen.
Außer vielleicht derjenige, der seine Dauerkarte bisher nur als Dekoartikel betrachtet hat.
Fazit
Natürlich verstehe ich, dass manche Fans verärgert sind.
Veränderungen sorgen immer für Diskussionen.
Aber wenn 45.000 Mitglieder auf eine Dauerkarte warten und gleichzeitig Tausende Karten bei Nicht-Mitgliedern liegen, dann ist die Entscheidung des FC absolut nachvollziehbar.
Und mal ehrlich:
Wer Woche für Woche „Mer stonn zo dir, FC Kölle“ singt, sollte die 92 Euro Mitgliedsbeitrag eigentlich nicht als unüberwindbare Hürde betrachten.
Denn eines ist klar:
Eine Dauerkarte beim FC ist kein Menschenrecht. Sie ist ein Privileg. Und bei einem Mitgliederverein sollten die Mitglieder eben zuerst drankommen.
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