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Ibrahima Konaté und der FC Liverpool

jorono (CC0), Pixabay
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Ibrahima Konaté hat sich vom FC Liverpool verabschiedet – und zwar ungefähr so, wie man sich nach einer gescheiterten Beziehung verabschiedet, bei der plötzlich jemand anderes schon die Wohnungsschlüssel ausgetauscht hat.

Am Sonntag bestätigten die Reds offiziell den ablösefreien Abgang des französischen Nationalspielers. Kurz darauf veröffentlichte Konaté ein emotionales Instagram-Statement, das irgendwo zwischen Liebesbrief, Trennungsschmerz und „Ich dachte eigentlich, wir wären noch zusammen“ lag.

Besonders auffällig war ein Satz:
„Damals wusste ich noch nicht, dass es das letzte Mal sein würde, dass ich dieses Trikot vor Euch trage.“

Übersetzt aus Fußballer-Deutsch bedeutet das ungefähr:
„Mir hat offenbar einfach niemand gesagt, dass ich schon aussortiert bin.“

Noch im April hatte Konaté öffentlich erklärt, eine Vertragsverlängerung stehe kurz bevor. Offenbar befand sich die Einigung allerdings ungefähr in derselben Phase wie BER, Stuttgart 21 oder der nächste Harry-Kane-Titel.

Während Konaté also noch von gemeinsamen Zukunftsplänen träumte, liefen im Hintergrund wohl bereits die klassischen Fußball-Mechanismen:
„Wir melden uns.“
„Lass uns nächste Woche nochmal sprechen.“
„Der Verein schätzt dich sehr.“
Und plötzlich sieht man die eigene Rückennummer schon bei Ebay.

Besonders bitter: Der 27-Jährige verlässt Liverpool jetzt ablösefrei. 2021 hatten die Reds noch rund 40 Millionen Euro an RB Leipzig überwiesen. Vier Jahre später bekommt Liverpool dafür ungefähr denselben Gegenwert zurück wie ein Netflix-Abo nach der Kündigung: gar nichts.

Sportlich war Konaté keineswegs abgeschrieben. 51 Pflichtspiele absolvierte er in der vergangenen Saison. Aber im modernen Spitzenfußball reicht das offenbar nicht mehr. Heute kann man Stammspieler sein und trotzdem morgens beim Kaffee erfahren, dass der Verein bereits drei jüngere, schnellere und „strategisch passendere“ Innenverteidiger beobachtet.

Wohin es jetzt geht? Natürlich kursieren die üblichen Verdächtigen:
Real Madrid, Bayern München, PSG, Chelsea.
Also die klassische internationale Selbsthilfegruppe für ablösefreie Topspieler.

Besonders pikant: Bei Chelsea trainiert inzwischen Xabi Alonso. Und wie es der Fußball-Gossip verlangt, soll ausgerechnet er großes Interesse an Konaté haben. Denn kein Transfersommer ist komplett ohne mindestens einen Satz wie:
„Xabi Alonso soll großer Fan des Spielers sein.“

Bis dahin bleibt Konaté nur die Weltmeisterschaft mit Frankreich – und vermutlich die Erkenntnis, dass im modernen Fußball selbst eine „fast fertige Vertragsverlängerung“ manchmal ungefähr denselben Wert hat wie ein Haken bei WhatsApp: nett zu sehen, aber absolut keine Garantie für irgendetwas.

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