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Finnland verkauft jetzt Bunker wie andere Länder Küchenmöbel

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Früher exportierte Finnland vor allem Sauna, Nokia-Handys und melancholische Rockmusik. Heute exportiert das Land etwas deutlich Zeitgemäßeres: Bunker.

Während andere Staaten noch darüber diskutieren, ob Warn-Apps bunt genug gestaltet sind, hat Finnland längst verstanden:
Die Zukunft Europas liegt offenbar 25 Meter unter der Erde.

Der hässlichste Stadtteil Helsinkis rettet jetzt Europa

Das absolute Vorzeigeprojekt heißt Merihaka – offiziell ein Stadtteil von Helsinki, inoffiziell vermutlich die weltweit größte Betonbeleidigung mit Atombombenschutz.

Über der Erde sieht Merihaka aus wie ein sowjetischer Albtraum nach drei Tagen Dauerregen. Unter der Erde allerdings verbirgt sich Europas wahrscheinlich luxuriösester Weltuntergangsbunker.

Dort, wo heute Kinder spielen und Menschen Fitnesskurse besuchen, sollen im Ernstfall 6.000 Menschen Schutz finden – inklusive Dekontaminationskammer, Stahltüren und mobilen Toiletten. Also praktisch ein österreichischer Festival-Campingplatz, nur besser organisiert.

Wenn Ursula von der Leyen plötzlich Bunker-Touristin wird

Seit dem Ukrainekrieg pilgern Politiker aus aller Welt nach Finnland, um sich anzuschauen, wie man sich auf den nächsten globalen Ausnahmezustand vorbereitet.

Schon über 800 Delegationen waren dort. Unter anderem Ursula von der Leyen, Wolodymyr Selenskyj und sogar Alexander Van der Bellen.

Man muss sich das kurz vorstellen:
Der österreichische Bundespräsident steht in einem finnischen Atombunker und denkt vermutlich:
„Also gegen unsere Gemeindekeller wirkt das schon recht professionell.“

Finnland hat mehr Bunker als andere Länder Parkplätze

Der Unterschied zwischen Finnland und vielen anderen europäischen Ländern ist simpel:
Die Finnen haben Russland schon immer misstraut.

Deshalb wurden seit dem Zweiten Weltkrieg über 50.000 Schutzräume gebaut – genug Platz für fast die gesamte Bevölkerung.

In Finnland gilt nämlich: Wer ein großes Gebäude baut, baut gefälligst auch einen Bunker darunter.

In Deutschland hingegen galt jahrzehntelang eher:
„Hoffen wir einfach, dass nichts passiert.“

Deutschlands große Verteidigungsstrategie: Tiefgarage

Besonders kreativ zeigt sich aktuell Deutschland. Dort will man den Zivilschutz modernisieren – allerdings ohne neue Bunker.

Stattdessen sollen künftig Tiefgaragen, Tunnel und U-Bahn-Stationen als Zufluchtsorte dienen.

Anders formuliert:
Wenn die Krise kommt, versteckt sich Deutschland künftig zwischen Opel Corsa und Fahrkartenautomat.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte immerhin ehrlich, dass die alten Bunkersysteme nie wirklich funktioniert hätten. Das ist vermutlich die höfliche deutsche Version von:
„Wir hatten eigentlich nie genug.“

Österreich entwickelt erstmal eine App

Und Österreich? Natürlich entwickelt Österreich erstmal eine App.

Sie heißt „ZIVA“ und soll künftig Gefahren analysieren, Warnungen verschicken und Menschen helfen, sich auf Krisen vorzubereiten.

Was sie allerdings noch nicht kann:
Den nächsten Schutzraum anzeigen.

Warum? Weil niemand genau weiß, wo die Schutzräume eigentlich sind.

Das ist peak Österreich.

Man entwickelt zuerst eine Hightech-App und merkt danach:
„Moment… wir haben ja gar keine Daten.“

Der ORF sendet notfalls aus dem Berg

Immerhin besitzt Österreich noch einige Relikte aus dem Kalten Krieg. Unter anderem den berühmten Bunker unter der Wiener Stiftskaserne, wo Regierung und ORF im Ernstfall weiterarbeiten sollen.

Das bedeutet:
Selbst nach dem Weltuntergang würde vermutlich noch jemand im Fernsehen sagen:
„Herzlich willkommen zur ZIB Spezial.“

Außerdem gibt es noch geheime Anlagen in den Salzburger Bergen. Also genau dort, wo Österreich ohnehin alles versteckt, was kompliziert wird.

Bunker werden zum Milliardenbusiness

Für finnische Firmen ist die neue Weltlage inzwischen ein Wirtschaftswunder aus Beton.

Unternehmen wie Temet oder Verona Shelters kommen mit den Aufträgen kaum noch hinterher. Die Nachfrage sei mittlerweile so groß, dass es bald weniger um Konkurrenz als um erschöpfte Produktionskapazitäten gehe.

Oder einfacher gesagt:
Der Weltuntergang boomt.

Sogar Saudi-Arabien bestellt bereits Schutzräume. Finnische Firmen bauen deshalb jetzt Fabriken in den Emiraten, um massenhaft Bunker zu produzieren.

Man könnte sagen:
Während andere Länder erneuerbare Energien exportieren, exportiert Finnland inzwischen professionelle Paranoia.

Europas neue Realität liegt unter der Erde

Am Ende zeigt der Bunkerboom vor allem eines:
Europa hat sich verändert.

Vor wenigen Jahren diskutierte man noch über Fahrradwege und Lastenräder. Heute sprechen Regierungen über Luftschutzräume, Notstromaggregate und Raketenwarnungen.

Und irgendwo in Helsinki sitzt wahrscheinlich ein finnischer Ingenieur in einem 25 Meter tiefen Betonbunker und denkt sich:
„Wir haben euch das seit 1945 gesagt.“

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