Brüssel. Die Europäische Union hat gegen den chinesischen Onlinehändler Temu eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro verhängt. Grund dafür ist der Verkauf illegaler und potenziell gefährlicher Produkte über die Plattform.
Nach Angaben der Europäischen Kommission habe Temu nicht ausreichend geprüft und bewertet, welche Risiken von den angebotenen Produkten für Verbraucher ausgehen könnten. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, systematische Gefahren nicht sorgfältig erkannt und analysiert zu haben.
Die Ermittlungen gegen Temu laufen bereits seit Oktober 2024. Dabei überprüfte die EU, ob das Unternehmen seinen Verpflichtungen als sogenannte „Very Large Online Platform“ nach europäischem Recht nachkommt.
Im Rahmen der Untersuchung wurden unter anderem Testkäufe durch eine unabhängige Organisation durchgeführt. Dabei sollen zahlreiche über Temu erworbene Ladegeräte grundlegende Sicherheitsstandards nicht erfüllt haben. Zudem wurden bei Babyspielzeug Sicherheitsmängel festgestellt, darunter zu hohe Chemikalienwerte sowie verschluckbare Kleinteile.
Neben der Geldstrafe muss Temu bis zum 28. August einen Maßnahmenplan vorlegen, mit dem die festgestellten Probleme behoben werden sollen. Die EU-Kommission will anschließend prüfen, ob die vorgesehenen Schritte ausreichend sind.
EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen erklärte, die Entscheidung sende ein „sehr starkes Signal“ an Onlineplattformen, die ihre Verantwortung beim Verbraucherschutz nicht ernst genug nähmen.
Temu wies die Vorwürfe teilweise zurück. Das Unternehmen erklärte, die Entscheidung der EU beziehe sich auf Vorgänge aus dem Jahr 2024 und spiegele nicht den aktuellen Stand der internen Sicherheitssysteme wider. Zudem halte man die Strafe für unverhältnismäßig und prüfe derzeit weitere rechtliche Schritte.
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