Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat erstmals Europa erreicht. In Frankreich wurde ein humanitärer Helfer positiv auf das Ebola-Virus getestet, nachdem er aus einem betroffenen Einsatzgebiet im Osten des Landes zurückgekehrt war. Es handelt sich um den ersten bestätigten Ebola-Fall außerhalb Afrikas seit Beginn des aktuellen Ausbruchs.
Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums befindet sich der Patient in einem stabilen Zustand. Unmittelbar nach seiner Ankunft wurde er in einer Spezialklinik isoliert und medizinisch versorgt. Gleichzeitig haben die Behörden eine umfassende Kontaktverfolgung eingeleitet. Personen, die möglicherweise Kontakt mit dem Infizierten hatten, müssen sich nun für 21 Tage in häusliche Quarantäne begeben und werden engmaschig überwacht.
Über 1.000 Infektionen im Kongo
Der aktuelle Ebola-Ausbruch zählt bereits zu den schwersten der Geschichte des Landes. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden inzwischen mehr als 1.000 Infektionen bestätigt. Mindestens 277 Menschen starben in der Demokratischen Republik Kongo, weitere Todesfälle wurden aus Uganda gemeldet.
Besonders problematisch ist, dass der Ausbruch durch den seltenen Bundibugyo-Virusstamm verursacht wird. Für diese Variante existiert bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine gezielte Standardtherapie. Klinische Studien mit antiviralen Medikamenten sollen deshalb kurzfristig beginnen.
WHO: Kein Grund zur Panik
Trotz des ersten Falls in Europa sehen internationale Gesundheitsexperten derzeit kein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung. Die Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC) stuft die Gefahr einer Ausbreitung weiterhin als „sehr gering“ ein.
Auch WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte ausdrücklich vor überzogenen Reaktionen. Ebola-Fälle außerhalb Afrikas seien äußerst selten. Seit den ersten bekannten Ausbrüchen vor rund 50 Jahren wurden weltweit weniger als 30 Infektionen außerhalb des afrikanischen Kontinents registriert.
Herausforderung bleibt die Eindämmung
Während internationale Hilfsorganisationen ihre Unterstützung im Kongo weiter ausbauen, bereitet vor allem die lückenhafte Kontaktverfolgung den Experten Sorge. Nach Einschätzung der WHO breitet sich die Epidemie derzeit schneller aus als die Gegenmaßnahmen greifen können.
Die kommenden Wochen gelten daher als entscheidend, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen und weitere internationale Einschleppungen zu verhindern.
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