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VW und das große Stellenabbau-Schattenspiel: Viel Papier, wenig Wahrheit

BiancaVanDijk (CC0), Pixabay
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Bei Volkswagen läuft derzeit offenbar das beliebteste Gesellschaftsspiel des Konzerns: „Wer kennt die wahren Zahlen?“ Der Betriebsrat jedenfalls gehört offensichtlich nicht dazu.

Zwar hat der Vorstand ein „umfangreiches Antwortpaket“ auf die Fragen der Arbeitnehmervertretung verschickt. Klingt beeindruckend. Doch wer auf klare Aussagen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Konkrete Angaben zum möglichen Stellenabbau? Fehlanzeige. Offenbar war das Antwortpaket so umfangreich, dass ausgerechnet die wichtigste Zahl darin keinen Platz mehr gefunden hat.

Dabei kursieren längst alarmierende Berichte. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten weltweit auf der Streichliste stehen, mehrere deutsche Werke sollen auf der Kippe stehen. Doch offiziell hält sich der Konzern an das Motto: „Solange wir nichts bestätigen, existiert das Problem vielleicht gar nicht.“

Der Betriebsrat dürfte sich vorkommen wie ein Schüler, der in einer Matheklausur nach dem Ergebnis fragt und stattdessen eine Bedienungsanleitung für den Taschenrechner erhält.

Auch die Beschäftigten werden weiter im Ungewissen gelassen. Statt Klartext gibt es Formulierungen wie „intensive Arbeiten an einem Zukunftsplan“. Das klingt ungefähr so beruhigend wie die Durchsage eines Piloten: „Wir arbeiten derzeit intensiv an einer Lösung für das Triebwerksproblem.“

Sollten die Berichte stimmen, drohen Werksschließungen in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Doch bevor darüber offen gesprochen wird, scheint man lieber noch ein paar interne PowerPoint-Präsentationen zu erstellen.

Spätestens am 9. Juli, wenn die Pläne dem Aufsichtsrat vorgestellt werden sollen, dürfte das große Versteckspiel beendet sein. Bis dahin gilt offenbar die neue VW-Kommunikationsstrategie: Keine Zahlen, keine Sorgen.

Nur dumm, dass die Belegschaft längst ahnt, dass irgendwo hinter den verschlossenen Türen bereits sehr konkret gerechnet wird. Und genau deshalb wächst das Misstrauen von Tag zu Tag. Transparenz sieht jedenfalls anders aus.

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