Startseite Allgemeines Endlich wieder WGT! Ein alter Szene-Hase blickt aufs wohl stärkste Line-up seit Jahren
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Endlich wieder WGT! Ein alter Szene-Hase blickt aufs wohl stärkste Line-up seit Jahren

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Für Außenstehende ist es einfach nur ein Festival. Für viele von uns ist es dagegen ein jährliches Ritual, ein Wiedersehen mit Freunden aus aller Welt – und irgendwie auch ein Stück Zuhause. Wenn Leipzig zu Pfingsten wieder schwarz wird, beginnt für die Szene erneut die wichtigste Zeit des Jahres.

Und diesmal fühlt sich das Wave-Gotik-Treffen besonders stark an.

205 Bands und Künstler – und ehrlich gesagt: So abwechslungsreich und hochwertig war das Line-up schon lange nicht mehr. Zwischen echten Szene-Legenden, alten Helden und frischen Acts steckt dieses Jahr fast alles drin, was das schwarze Herz höherschlagen lässt.

Natürlich freuen sich viele auf große Namen wie Einstürzende Neubauten, Lacrimosa, Clan Of Xymox, Das Ich oder Covenant. Genau diese Bands sind es, die das WGT über Jahrzehnte geprägt haben. Manche von uns haben sie schon in den 90ern auf kleinen Bühnen gesehen – und feiern sie heute noch genauso.

Aber genau das macht das WGT eben aus: Es lebt nicht nur von Nostalgie. Neben den alten Größen stehen moderne Acts, elektronische Experimente, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, Post-Punk und sogar poppigere Überraschungen auf dem Programm.

Ja, sogar Kim Wilde kommt.

Und ganz ehrlich? Warum eigentlich nicht. Die 80er gehören seit jeher zur Szene. Depeche Mode laufen schließlich auch nicht nur in schwarzen Kellern. Schon letztes Jahr hat man gesehen, dass solche „Farbtupfer“ funktionieren können – solange die Atmosphäre stimmt.

Was das WGT aber wirklich besonders macht, sind sowieso nicht nur die Konzerte.

Es sind die Nächte auf der Agra. Die zufälligen Gespräche morgens um vier. Menschen in viktorianischen Kleidern neben Cyber-Goths und Metalheads. Friedhofsführungen, Lesungen, Mittelaltermärkte, Clubs, Kirchenkonzerte und dieses einzigartige Gefühl, dass Leipzig für ein paar Tage komplett in einer anderen Welt lebt.

Kaum ein Festival schafft es, gleichzeitig riesig und trotzdem familiär zu wirken.

Natürlich merkt man inzwischen auch Veränderungen. Die Preise steigen, vieles wirkt professioneller und touristischer als früher. Manche alteingesessene Besucher vermissen die wilden, improvisierten Jahre von damals. Aber trotzdem schafft es das WGT jedes Jahr aufs Neue, diesen besonderen Geist zu bewahren.

Und wenn man ehrlich ist: Genau deshalb kommen viele seit Jahrzehnten immer wieder.

Nicht nur wegen der Bands. Sondern wegen dieses Gefühls, für ein paar Tage unter Menschen zu sein, die genauso ticken wie man selbst.

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