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Wie hoch muss eine Provision sein, damit sich ein MLM-System über sieben Stufen für die Mitglieder der einzelnen Ebenen überhaupt rechnet?

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay
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Damit sich ein MLM-System über 7 Ebenen für die Beteiligten „rechnet“, müssen die Provisionen entweder extrem hoch sein – oder ständig neue Teilnehmer und Umsätze nachkommen. Genau deshalb geraten viele Systeme irgendwann in den Verdacht, mathematisch kaum nachhaltig zu sein.

Ein einfaches Beispiel:

Angenommen, ein Produkt kostet 100 Euro und die Provisionen werden über 7 Ebenen verteilt.

Dann könnte es etwa so aussehen:

  • Ebene 1: 20 %
  • Ebene 2: 10 %
  • Ebene 3: 5 %
  • Ebene 4: 3 %
  • Ebene 5: 2 %
  • Ebene 6: 1 %
  • Ebene 7: 1 %

Das wären bereits 42 % reine Vertriebsprovisionen.

Dazu kommen noch:

  • Unternehmenskosten
  • Verwaltung
  • Marketing
  • Steuern
  • Technik
  • Gewinne der Betreiber

Realistisch müsste das Produkt dann oft mit 60–80 % Aufschlag kalkuliert werden, damit das Modell überhaupt funktioniert.

Das eigentliche Problem entsteht aber mathematisch:

Jede Ebene braucht neue Teilnehmer.

Wenn jeder Teilnehmer nur 5 neue Mitglieder wirbt:

  • Ebene 1 = 5 Personen
  • Ebene 2 = 25
  • Ebene 3 = 125
  • Ebene 4 = 625
  • Ebene 5 = 3.125
  • Ebene 6 = 15.625
  • Ebene 7 = 78.125 Personen

Und das nur unter einer einzigen Person an der Spitze.

Deshalb funktionieren viele MLM-Systeme nur solange:

  • ständig neue Mitglieder eintreten
  • hohe Einstiegskosten bezahlt werden
  • Produkte überteuert verkauft werden
  • oder Teilnehmer selbst regelmäßig investieren/kaufen müssen

Genau deshalb kritisieren Verbraucherschützer viele MLM-Modelle. Denn oft verdienen hauptsächlich:

  • die Gründer
  • frühe Teilnehmer
  • und große Strukturvertriebe

Während die Mehrheit unten in der Struktur kaum Gewinne erzielt oder sogar Verlust macht.

Je mehr Ebenen ein System hat, desto schwieriger wird es mathematisch, genug Geld und neue Teilnehmer nachzuliefern, damit alle dauerhaft verdienen können.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Nehmen wir ein einfaches MLM-Beispiel mit 5 Stufen.

Beispiel: Produktpreis 100 Euro

Das Unternehmen verkauft ein Produkt für 100 Euro.

Die Provisionen werden so verteilt:

Ebene Provision Betrag
1 20 % 20 €
2 10 % 10 €
3 5 % 5 €
4 3 % 3 €
5 2 % 2 €

Gesamte Provisionen: 40 Euro

Bleiben noch:

  • 60 Euro für:
    • Firma
    • Verwaltung
    • Werbung
    • Technik
    • Steuern
    • Gewinne
    • Produktkosten

Jetzt wird’s mathematisch interessant

Angenommen jeder wirbt nur 5 neue Leute.

Dann entsteht:

Ebene Mitglieder
1 5
2 25
3 125
4 625
5 3.125

Das bedeutet:

Eine einzige Person an der Spitze braucht bereits 3.905 Menschen unter sich.

Und jetzt kommt das eigentliche Problem:

Damit die Leute in Ebene 4 oder 5 wirklich Geld verdienen, müssten wiederum diese Menschen neue Mitglieder bringen.

Dann explodieren die Zahlen:

  • nächste Ebene = 15.625
  • danach = 78.125
  • danach = 390.625

Deshalb geraten viele MLM-Systeme irgendwann an Grenzen.

Denn entweder:

  • es fehlen neue Teilnehmer
  • oder die Produkte müssen extrem teuer sein
  • oder Mitglieder kaufen selbst ständig nach

Genau deshalb sagen Kritiker oft:
Viele MLM-Systeme funktionieren wirtschaftlich nur solange genug neue Menschen unten nachrücken.

Und deshalb verdienen meist:

  • die Spitze
  • frühe Teilnehmer
  • große Teamleiter

während unten oft nur geringe oder gar keine Gewinne entstehen.

7 Kommentare

  • Wie ich das so aus dem, „ehemaligen“ Handel kenne, war es auch da durchaus üblich zweimal jeweils die Hälfte des Einkaufpreises als „Handelsspanne“ aufzuschlagen. Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, wenn MLM- Strukturen für Betrugsmodelle benutzt werden.

    • Weil sich die Ebenen automatisch durch den Werber ergeben. Ist der Werber zB. in Reihe 6 unter der Spitze ist der nächste in 7, der von Ihm geworbene in 8 usw.

      Wenn man das üppige Provisionssystem der TGI zu den Rabatten addiert – werden die notwendigen Margen aus der Goldproduktion/Goldhandel nochmals deutlich unrealistischer machbar.

      • Aber was bekomme ich wenn ich als Nummer sieben selber einen Kunden aufreisse, und wie viele Stufen geht es da für mich weiter?

        Ich hatte mal in ein Video von Helmut reingeschaut, da sprach er davon, dass allein der Werber 36% des Kaufpreises als Provision bekommt.

    • Also wie ich das verstehe, ist man die Nummer 1, wenn man den Kunden unmittelbar wirbt.

      Die höheren Stufen sind ein „Add-on; Stufe 2 bekommt man, wenn ein Werber, die man selber gekeilt hat, Umsätze machen; Stufe 3 ist, wenn die „Enkel“ Umsätze generieren.

      • Da stimmt auch – trotzdem hat jede Struktur einen oder mehrere Startpunkte unter denen sich die „Pyramiden“ bilden, das hatte ich gemeint.

        Für sich genommen ist es exakt wie von dir ausgeführt.

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