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El Mala für 50 Millionen? In Köln heißt das Marktwert, in Dortmund Wahnsinn

HtcHnm (CC0), Pixabay
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BVB-Fan:
50 Millionen Euro für Saïd El Mala? Entschuldigung, verkaufen die Kölner den Spieler oder gleich noch den Dom, den Rhein und drei Kästen Kölsch dazu?

Der Junge ist 19, ohne Zweifel hochtalentiert und einer der spannendsten Dribbler der Liga. Aber er war noch nicht einmal über die gesamte Saison unumstrittener Stammspieler. Und jetzt soll Dortmund 50 Millionen bezahlen, als hätte El Mala bereits dreimal die Champions League gewonnen und nebenbei Kylian Mbappé aus der französischen Nationalmannschaft verdrängt?

34 Millionen sofort, dazu zehn Millionen an möglichen Boni – das ist doch kein Sparangebot. Das sind möglicherweise 44 Millionen Euro für einen Teenager. Früher bekam man dafür eine komplette Bundesligamannschaft. Heute offenbar nur noch einen Linksaußen mit Entwicklungspotenzial.

FC-Fan:
Ach, jetzt beginnt wieder das Dortmunder Gejammer.

Wenn ihr Spieler verkauft, sind 100 Millionen selbstverständlich marktgerecht. Dann wird von Entwicklung, internationalem Potenzial und dem besonderen Ausbildungsweg beim BVB gesprochen. Aber sobald Dortmund selbst einkaufen möchte, soll der andere Verein bitte Verständnis für die angespannte Haushaltslage zeigen.

El Mala ist jung, schnell, mutig und spektakulär. Genau solche Spieler sind teuer. Brentford soll die geforderten 50 Millionen sogar schriftlich geboten haben. Damit steht der Preis.

Der FC ist doch nicht der Sonderpostenmarkt der Bundesliga, nur weil Dortmund anruft.

BVB-Fan:
Brentford! Wunderbar. Seit die Premier League jedes Jahr neue Fernsehmilliarden findet, kann dort vermutlich selbst der Zeugwart 35 Millionen für einen Linksverteidiger bieten.

Nur weil ein englischer Klub bereit ist, eine verrückte Summe zu zahlen, muss Dortmund den Wahnsinn nicht automatisch mitmachen.

El Mala kam Köln vor zwei Jahren für 350.000 Euro. Bei 44 Millionen wären das mehr als 12.000 Prozent Gewinn. Irgendwann darf man auch einmal zufrieden sein.

FC-Fan:
Ach, wie fürsorglich. Der BVB erklärt dem 1. FC Köln jetzt, wann genug Gewinn gemacht wurde.

Soll Köln vielleicht noch eine Dankeskarte beilegen?

„Lieber BVB, vielen Dank, dass ihr unser größtes Talent nehmt. Wir hoffen, der Preis war für euch angenehm. Als kleine Aufmerksamkeit haben wir die Bonuszahlungen extra leicht erreichbar gestaltet.“

Nein. Köln hat endlich wieder einen Spieler, bei dem halb Europa hinschaut. Der Verein muss nicht verkaufen. Also bestimmt der FC den Preis.

Und mal ehrlich: Hätte El Mala dieselbe Saison im Dortmunder Trikot gespielt, würdet ihr bei 50 Millionen nicht einmal den Telefonhörer abnehmen.

BVB-Fan:
Natürlich würden wir nicht rangehen. Unser Faxgerät wäre wahrscheinlich wieder kaputt.

Aber trotzdem: 50 Millionen sind eine enorme Wette. El Mala bringt offensiv sehr viel mit, muss sich aber defensiv noch entwickeln. Bei Dortmund hätte er sofort Druck, internationale Spiele, große Erwartungen und jede Woche fünf Transferexperten, die erklären, warum er nach zwei schwächeren Partien doch überschätzt ist.

Für diese Summe muss ein Spieler eigentlich sofort funktionieren.

FC-Fan:
Nein, für diese Summe muss ein Spieler außergewöhnliches Potenzial besitzen. Und das hat El Mala.

Dortmund kauft doch ständig junge Spieler mit der Idee, sie weiterzuentwickeln. Jetzt wäre einer verfügbar, der die Bundesliga bereits kennt, keine Eingewöhnung in Deutschland braucht und genau jene Unberechenbarkeit besitzt, die dem BVB häufig fehlt.

Ihr wollt das Talent. Ihr wollt das Potenzial. Ihr wollt den möglichen Wiederverkaufswert.

Ihr wollt nur nicht den Preis bezahlen.

BVB-Fan:
Wir bieten möglicherweise 44 Millionen! Was soll Dortmund noch tun? Einen Teil der Südtribüne nach Köln überweisen?

Und dann dieses Argument, der BVB würde El Mala den nächsten Karriereschritt ermöglichen. Dortmund ist größer als Köln, spielt international und bietet eine größere Bühne – geschenkt.

Aber daraus folgt doch nicht, dass Köln bei der Ablöse fünf Millionen verschenken muss.

FC-Fan:
Endlich sagst du mal etwas Vernünftiges.

Wenn der BVB tatsächlich der perfekte nächste Schritt ist, kann er auch den Preis dafür bezahlen. Köln hat lange genug Spieler unter Wert verloren. Jetzt sitzt der Verein einmal am längeren Hebel und soll sich plötzlich für Marktwirtschaft schämen.

Außerdem ist El Mala für den FC sportlich enorm wichtig. Verkauft Köln ihn, muss Ersatz her. Und sobald alle wissen, dass 50 Millionen auf dem Konto liegen, kostet der nächste halbwegs schnelle Flügelspieler plötzlich 18 Millionen mehr.

BVB-Fan:
Das Problem kennen wir in Dortmund. Kaum verkauft man jemanden für viel Geld, entdeckt jeder europäische Sportdirektor seine emotionale Bindung an den eigenen Ersatzspieler.

Aber aus BVB-Sicht bleibt die Frage: Ist El Mala wirklich 50 Millionen wert – oder zahlt Dortmund vor allem für die Hoffnung, dass er es irgendwann sein könnte?

Bei 34 Millionen plus Boni würde ich sagen: mutig, aber nachvollziehbar.

Bei 50 Millionen sage ich: Hoffentlich kann der Junge zusätzlich Innenverteidiger, Sechser und Geschäftsführer Finanzen spielen.

FC-Fan:
Aus Kölner Sicht ist die Rechnung einfacher: Der Spieler hat Vertrag, der FC möchte ihn behalten, ein anderer Klub hat offenbar 50 Millionen geboten – also kostet er 50 Millionen.

Wert ist ein Spieler im Fußball nicht das, was irgendein Internetportal ausrechnet. Wert ist das, was ein Käufer zu zahlen bereit ist und der Verkäufer akzeptiert.

Dortmund kann bezahlen.

Oder Dortmund kann weitersuchen.

BVB-Fan:
Dann behaltet ihn doch.

Aber wehe, er spielt im Herbst dreimal schwächer und plötzlich heißt es aus Köln, man habe im Sommer selbstverständlich nie 50 Millionen verlangt.

FC-Fan:
Und wehe, Dortmund kauft ihn für 50 Millionen, entwickelt ihn weiter und verkauft ihn zwei Jahre später für 110 Millionen nach England.

Dann erklärt ihr uns wieder, was für ein geniales Transfergeschäft das war.

BVB-Fan:
Natürlich. So funktioniert Fußball.

Beim Einkauf ist jede Ablöse völlig übertrieben.

Beim Verkauf ist sie das Ergebnis hervorragender Arbeit.

FC-Fan:
Dann sind wir uns ja einig.

Fazit:
Für den BVB sind 50 Millionen Euro ein enormes Risiko für einen 19-Jährigen, der noch nicht jede Facette seines Spiels auf höchstem Niveau gezeigt hat. Für den 1. FC Köln ist die Summe dagegen Ausdruck einer starken Verhandlungsposition: Der Verein muss nicht verkaufen und besitzt offenbar ein vergleichbares Angebot.

Ob El Mala tatsächlich 50 Millionen wert ist, wird weder in Dortmund noch in Köln entschieden.

Sondern von dem Klub, der am Ende bereit ist, die Summe zu überweisen.

Und anschließend behaupten sowieso beide Seiten, sie hätten alles richtig gemacht.

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