Die andere Seite einer Geothermiebohrung

Eine Kleinstadt am Rand des Schwarzwalds kommt seit fast zehn Jahren buchstäblich nicht mehr zur Ruhe. Ursache ist eine missglückte Geothermiebohrung, die zur Folge hatte, dass sich der Boden kontinuierlich hebt. Nach einem langen Rechtsstreit wird saniert, mindestens 260 Gebäude sind beschädigt. Der Fall beschäftigt seit Jahren Behörden und Medien. Angefangen hatte alles mit einem Bohrversuch hinter dem Rathaus. Geplant war, das Amtsgebäude mit umweltfreundlicher Erdwärme zu versorgen. Was dann passierte, erklärt die Stadt auf ihrer Website unter dem Aufruf „Staufen darf nicht zerbrechen“: Es seien damals Bohrungen bis in 140 Meter Tiefe durchgeführt worden, im Herbst 2007 dann erste Risse am Rathaus aufgetreten. Die Ursache: Grundwasser sei mit starkem Druck in eine kalkhaltige Schicht eingetreten und habe „eine fatale chemische Reaktion ausgelöst“. Die gipshaltige Erdschicht hatte zu quellen und der Boden sich zu heben begonnen, Gebäude bekamen reihenweise Risse, „die immer weiter und zahlreicher“ klafften. Die Stadt spricht von einem Schaden, der „unabsehbar“ sei.

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