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DFB sucht Klopps Chef – diesmal soll sogar vorher jemand gefragt werden

aescdtle_art (CC0), Pixabay
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Beim Deutschen Fußball-Bund laufen die Planungen für den nächsten Neuanfang auf Hochtouren. Jürgen Klopp soll Bundestrainer werden, Rudi Völler bleibt Sportdirektor – und Per Mertesacker könnte künftig der Mann sein, der beiden erklärt, welche Sitzung als Nächstes ausfällt.

Der Weltmeister von 2014 bestätigte vor dem WM-Finale Gespräche mit dem DFB. Noch sei nichts entschieden, sagte Mertesacker im ZDF. Es gebe aber Kontakt, Dynamik und Unterhaltungen. Damit sind bereits drei wichtige Voraussetzungen für eine Karriere beim Verband erfüllt. Fehlt eigentlich nur noch eine Arbeitsgruppe.

Kontakt nie abgerissen

„Man muss dem DFB eins lassen: Der Kontakt zu mir ist irgendwie nie abgerissen“, erklärte Mertesacker. Das klingt zunächst freundlich, kann beim DFB aber auch bedeuten, dass irgendwo seit 2018 eine unbeantwortete E-Mail im Postfach liegt.

In der vergangenen Woche sei neue Bewegung in die Sache gekommen. Mertesacker könnte Geschäftsführer werden und Andreas Rettig nachfolgen, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft.

Damit hätte der DFB endlich wieder eine klare Struktur: Klopp trainiert, Völler erklärt, Mertesacker verwaltet – und am Ende weiß trotzdem niemand genau, wer die Pressekonferenz angesetzt hat.

Erst Klopp, dann der Chef

Priorität habe derzeit die Verpflichtung von Jürgen Klopp. Der frühere Liverpool-Trainer soll Julian Nagelsmann ersetzen, nachdem die deutsche Mannschaft bereits im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft ausgeschieden war.

Der DFB hat damit offenbar aus früheren Fehlern gelernt: Diesmal wird der Nachfolger gesucht, bevor der Vorgänger seine PowerPoint-Präsentation vollständig gelöscht hat.

An Klopps Verpflichtung bestehen kaum noch Zweifel. Er erklärte, mit Red Bull eine „sehr, sehr großzügige Regelung“ gefunden zu haben. Was genau das bedeutet, blieb offen. Vermutlich darf er gehen, behält seine Dienstjacke und muss nur gelegentlich an einem Energy-Drink vorbeilaufen.

Hoeneß empfiehlt Mertesacker

Uli Hoeneß hatte Mertesacker bereits kurz nach dem frühen WM-Aus ins Gespräch gebracht. Er lobte dessen internationale Erfahrung, Menschenkenntnis und Arbeitsmoral.

Besonders wichtig sei, dass Mertesacker den Posten nicht des Geldes wegen übernehmen würde. Diese Information dürfte beim DFB für Erleichterung sorgen, denn Leidenschaft passt traditionell besser ins Budget.

Hoeneß erklärte außerdem, man brauche Menschen, die sich hochgedient hätten und bereit seien, hart zu arbeiten. Das ist bemerkenswert, weil beim DFB normalerweise schon jemand als Hoffnungsträger gilt, wenn er einen vollständigen Satz ohne das Wort „Prozess“ formulieren kann.

Mertesacker erstmals im Stadion

Mertesacker war gemeinsam mit Christoph Kramer und Moderator Jochen Breyer zum WM-Finale erstmals während des Turniers im Stadion. Offenbar wollte man vor einer möglichen DFB-Anstellung noch einmal sehen, wie erfolgreicher Fußball aus nächster Nähe aussieht.

Das Finale zwischen Spanien und Argentinien war das 104. und letzte Spiel der Weltmeisterschaft. Für Deutschland war das Turnier bereits deutlich früher beendet. Immerhin blieb dadurch ausreichend Zeit, die nächste sportliche Führung zusammenzustellen.

Das neue Erfolgsdreieck

Sollten alle Personalien wie geplant umgesetzt werden, könnte die neue DFB-Spitze aus Klopp, Völler und Mertesacker bestehen.

Klopp bringt Energie, Völler Erfahrung und Mertesacker Ruhe. Eine durchaus sinnvolle Mischung – vorausgesetzt, der Verband stellt nicht noch zwölf Koordinatoren, drei Direktoren und einen Expertenkreis zwischen sie.

Offiziell ist noch nichts verkündet. Aber beim DFB gilt bekanntlich: Sobald alle Beteiligten öffentlich erklären, dass nichts entschieden sei, kann man wahrscheinlich schon die Visitenkarten drucken.

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