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Caitlin Clarks Schwalben sind nicht nur nervig – sie können Folgen für andere haben

pride1979 (CC0), Pixabay
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Caitlin Clark und ihr Umfeld scheinen gelegentlich darauf zu vertrauen, dass niemand die Wiederholungen anschaut. Anders lässt sich kaum erklären, warum aus gewöhnlichem Körperkontakt regelmäßig ein vermeintlicher Skandal wird.

Clark ist zweifellos eine außergewöhnliche Basketballerin. Sie kann Spiele prägen, trifft spektakuläre Würfe und hat der WNBA ein Publikum beschert, das sich zuvor kaum für Frauenbasketball interessierte. Ihre jüngsten Leistungen und die Auszeichnung als Spielerin der Woche sind verdient.

Doch all das bedeutet nicht, dass sie für ihr Verhalten auf dem Spielfeld einen Freifahrtschein erhalten sollte.

Innerhalb weniger Tage beschwerte sich Clark gleich zweimal lautstark über angeblich übersehene Fouls. Im Spiel der Indiana Fever gegen die Las Vegas Aces kam es zu einem leichten Kontakt mit Chelsea Gray. Clark ging daraufhin zu Boden, als hätte sie nicht eine Gegenspielerin, sondern ein Kleinwagen getroffen.

Die Schiedsrichter überprüften die Szene und kamen zu dem Ergebnis, das auch die Fernsehbilder nahelegten: kaum Kontakt, kein Foul.

Nur wenige Tage später erklärte Clark nach einer Partie gegen die Golden State Valkyries, Kiah Stokes habe sie bei einem Zug zum Korb am Oberschenkel getroffen. Sie beschimpfte den Schiedsrichter und sagte anschließend, sie habe wegen des Kontakts mit einer Prellung weiterspielen müssen.

Auch hier zeigten die Wiederholungen allenfalls eine minimale Berührung.

Man kann es deshalb beim Namen nennen: Clark versucht, Fouls zu verkaufen.

Damit ist sie im Profisport keineswegs allein. Im Fußball wälzen sich Spieler regelmäßig über den Rasen, als müsse sofort ein Rettungshubschrauber landen, um Sekunden später wieder loszusprinten. Auch im Basketball haben Stars wie James Harden das theatralische Fallen praktisch zur eigenen Disziplin gemacht.

Bei Clark geschieht das jedoch nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum.

Ein Teil ihrer Anhängerschaft hat in der Vergangenheit mit rassistischen und beleidigenden Angriffen auf Gegenspielerinnen reagiert. Besonders problematisch ist dabei, dass die WNBA überwiegend aus schwarzen Spielerinnen besteht, von denen viele offen queer leben.

Wenn Clark bei gewöhnlichem Körperkontakt wütend ein Foul fordert und ihre Gegenspielerinnen öffentlich als übermäßig hart erscheinen lässt, fühlen sich manche Fans offenbar dazu berufen, sie als angeblich schutzbedürftige weiße Frau zu verteidigen.

Chelsea Gray veröffentlichte nach dem Spiel gegen Indiana eine rassistische Nachricht, die sie erhalten hatte. Der Absender wurde später von seinem Arbeitgeber entlassen. Gray erklärte, solche Botschaften seien keineswegs neu. Irgendwann habe sie genug gehabt und sich entschieden, den Hass öffentlich zu machen.

Natürlich ist Clark nicht für jede Nachricht verantwortlich, die irgendein Fan verschickt. Die Schuld für rassistische Beleidigungen liegt bei den Menschen, die sie verfassen.

Trotzdem sollte eine Sportlerin mit ihrer Reichweite verstehen, dass öffentliche Wutausbrüche und übertriebene Darstellungen Folgen haben können. Wer weiß, dass Gegenspielerinnen nach umstrittenen Szenen rassistisch angegriffen werden, trägt zumindest eine Verantwortung dafür, die Situation nicht zusätzlich anzuheizen.

Die Schiedsrichterleistungen in der WNBA sind nicht immer überzeugend. Auch Clark muss sich nicht widerstandslos durch jedes Spiel schubsen lassen. Sie wird intensiv verteidigt, weil ihre Distanzwürfe und ihre Übersicht die Gegnerinnen dazu zwingen, sie schon weit vom Korb entfernt unter Druck zu setzen.

Das ist keine Verschwörung gegen sie. Es ist Basketball.

Andere Spitzenspielerinnen erleben dieselbe körperliche Verteidigung. Wer gefährlich ist, wird eng bewacht. Wer spektakulär spielt, zieht Aufmerksamkeit auf sich. Dazu gehören Kontakte, harte Duelle und gelegentlich auch Fehlentscheidungen.

Clark darf sich beschweren. Sie darf Emotionen zeigen. Aber sie sollte aufhören, leichte Berührungen als schwere Vergehen zu inszenieren.

Denn irgendwann geht es nicht mehr nur darum, ob ein Pfiff gerechtfertigt war. Es geht darum, welche Geschichte nach einer Szene erzählt wird – und wer anschließend den Hass dafür abbekommt.

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