Sportlich betrachtet kann ich als Dynamo-Fan mit dem 2:2 bei Eintracht Braunschweig gut leben. Es war eine weitgehend ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten und sich am Ende leistungsgerecht die Punkte teilten. Doch an diesem Tag fiel es schwer, über Tore, Tabellenplätze und vergebene Chancen zu sprechen. Das Ergebnis geriet zur Nebensache.
Kurz vor dem Spiel verstarb ein Fan von Eintracht Braunschweig auf der Tribüne. Ein Mensch, der vermutlich voller Vorfreude ins Stadion gekommen war, um seine Mannschaft zu unterstützen, kehrte nicht mehr nach Hause zurück. Angesichts einer solchen Nachricht verliert der Fußball für einen Moment all seine vermeintliche Wichtigkeit.
Natürlich habe ich mich darüber gefreut, dass Dynamo einen Punkt aus Braunschweig mitgenommen hat. Nachdem die Gastgeber im zweiten Durchgang zunächst stärker geworden waren und durch Aydın per Foulelfmeter in Führung gingen, zeigte unsere Mannschaft erneut Moral. Nur wenige Minuten später nutzte Keller einen Fehler von Hoffmann nach einer Ecke und erzielte den Ausgleich. In der Schlussphase hatte Müller sogar noch das 3:2 auf dem Fuß. Insgesamt war das Unentschieden jedoch gerecht, denn spielerisch konnten beide Mannschaften nicht durchgehend überzeugen.
Aber ganz ehrlich: Wen interessiert das an diesem Tag wirklich?
Rivalität gehört zum Fußball. Wir singen für unterschiedliche Farben, jubeln für verschiedene Vereine und wollen, dass die eigene Mannschaft gewinnt. Doch es gibt Augenblicke, in denen Vereinsfarben keine Rolle spielen. Augenblicke, in denen aus Gegnern Mitmenschen werden und alle Fans zusammenstehen.
Auch ich als Dynamo-Fan trauere um den verstorbenen Anhänger der Eintracht. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden, seinen Angehörigen sowie allen Menschen, die das Geschehen auf der Tribüne miterleben mussten. Ihnen wünsche ich in dieser schweren Zeit viel Kraft.
Fußballfans können leidenschaftliche Rivalen sein. Doch in Momenten wie diesem sind wir keine Gegner. Wir sind eine Familie.
Ruhe in Frieden.
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