Die Aufregung ist wieder einmal riesig. Kaum fällt irgendwo der Begriff „Vermittler“ im Zusammenhang mit Russland und der Ukraine, überschlagen sich Politiker, Experten und soziale Netzwerke mit Empörung. Der eine sei zu russlandnah, der andere zu westlich, der nächste angeblich ungeeignet oder politisch verbrannt.
Dabei sollte man vielleicht einmal einen Schritt zurücktreten und sich eine ganz einfache Frage stellen:
Worum geht es eigentlich?
Geht es darum, den perfekten moralischen Schiedsrichter zu finden? Oder geht es darum, einen Krieg zu beenden?
Natürlich polarisiert der Name Gerhard Schröder. Für viele ist der frühere Bundeskanzler längst zur Symbolfigur deutscher Russlandpolitik geworden. Seine Nähe zu Wladimir Putin ist bekannt, seine Tätigkeiten für russische Energiekonzerne haben ihm massive Kritik eingebracht.
Aber genau deshalb stellt sich doch die nüchterne Frage:
Wenn jemand überhaupt noch direkten Zugang zu Moskau hat – warum sollte man diesen Kontakt grundsätzlich ausschließen?
Denn eines wird in der gesamten Debatte oft vergessen: Ein Vermittler entscheidet keinen Frieden. Weder Gerhard Schröder noch irgendein Vertreter der EU, der Türkei, Chinas oder der Vereinten Nationen wird am Ende über die Bedingungen eines Friedensvertrags bestimmen.
Das entscheiden ausschließlich Russland und die Ukraine.
Nicht Berlin. Nicht Brüssel. Nicht Washington.
Ein Vermittler schafft im besten Fall Gesprächskanäle, organisiert Treffen, verhindert Missverständnisse und versucht, beide Seiten überhaupt an einen Tisch zu bringen. Mehr nicht – aber eben auch nicht weniger.
Wer Frieden will, muss akzeptieren, dass Gespräche selten mit Freunden geführt werden. Historisch waren es oft gerade umstrittene Persönlichkeiten oder Staaten mit guten Kontakten zu beiden Seiten, die Türen öffnen konnten, die anderen verschlossen blieben.
Die Vorstellung, ein Vermittler müsse von allen moralisch geliebt werden, ist ohnehin unrealistisch. Würde die EU jemanden vorschlagen, käme sofort Kritik aus Moskau. Würde Russland jemanden benennen, würde im Westen protestiert. Und wenn die Ukraine einen Vermittler bevorzugt, wäre Russland skeptisch.
Das ist normal.
Deshalb wirkt die reflexartige Empörung oft fast grotesk. Statt jede Idee sofort ideologisch abzuurteilen, wäre etwas mehr Gelassenheit angebracht. Jeder Gesprächskanal kann wertvoll sein. Jeder Kontakt kann helfen, Eskalationen zu verhindern.
Denn am Ende zählt nicht, wer vermittelt hat.
Entscheidend ist allein, ob irgendwann die Waffen schweigen.
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Man stelle sich vor Gerhards Opa hätte Anfang 42 die „Waffen zum Schweigen“ gebracht, wieviel mehr jüdische Babys hätte das in die Gaskammern gebracht?
Ein Vermittler sollte zumindest neutral sein, bisher sind aber von Schröder nur Lobeshymnen auf seinen Führer bekannt, von daher, man hätte ja auch nicht Speer zum neutralen Vermittler zwischen den Allierten und den Nazis gemacht. Zumal immer noch , auch hier der Umgang mit den Kriegsverbrechen der Russen, der Angriff auf die westlichen demokratien, und der deportiertenund versklavten ukrainischen Kinder im Raum steht. Darum nicht Gerhard Schröder.