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Anpfiff? Nicht so eilig! Warum die WM 2026 ihre eigene Uhr hat

pheee (CC0), Pixabay
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Wer bei der Fußball-WM 2026 pünktlich zum offiziellen Anpfiff vor dem Fernseher sitzt, lernt derzeit eine wichtige Lektion:

„Anstoß um 18 Uhr“ bedeutet offenbar: Irgendwann nach 18 Uhr.

Nach den ersten Turnierspielen fällt auf, dass sich die Begegnungen regelmäßig verspäten. Keine der ersten acht Partien begann exakt zur angekündigten Uhrzeit. Im Durchschnitt rollte der Ball erst rund drei Minuten später. Spitzenreiter war das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika, das ganze sechs Minuten Verspätung sammelte.

Für Bahnreisende klingt das nach einem ganz normalen Tag. Für die FIFA hingegen eher nicht.

Die große Show vor dem ersten Pass

Hinter den Verzögerungen steckt offenbar vor allem das immer aufwendigere Vorprogramm.

Früher liefen die Mannschaften aufs Feld, die Hymnen wurden gespielt und los ging’s.

Heute gleicht der Weg zum Anpfiff eher einer Mischung aus Oscar-Verleihung, Militärparade und Super-Bowl-Halbzeitshow.

Jeder Schritt ist sekundengenau geplant:

  • Wann die Spieler im Tunnel stehen
  • Wann sie den Rasen betreten
  • Wann die Hymnen erklingen
  • Wann die Kameras die emotionalen Nahaufnahmen einfangen

Theoretisch jedenfalls.

Der Tunnel – das Bermuda-Dreieck des Zeitmanagements

Beim Spiel Schottland gegen Haiti sollten die Teams exakt acht Minuten und 40 Sekunden vor dem Anpfiff auf das Spielfeld laufen.

In der Praxis standen die Spieler zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bereit.

Fernsehbilder zeigten FIFA-Offizielle, die die Mannschaften mit sichtbarer Eile Richtung Ausgang lotsen wollten.

Das Ergebnis:

Bereits bevor die erste Nationalhymne gespielt wurde, lag der Zeitplan rund 90 Sekunden zurück.

Wer jemals mit einer Reisegruppe unterwegs war, kennt dieses Phänomen.

Es gibt immer jemanden, der noch schnell etwas sucht.

Drei Minuten Verspätung – eine neue Fußballtradition?

Für Fans sind zwei oder drei Minuten Verzögerung kaum dramatisch.

Für Fernsehsender dagegen schon.

Werbung, Übertragungen und Programmschemata werden minutiös geplant.

Wenn sich Spiele ständig verspäten, geraten die perfekt kalkulierten Abläufe ins Wanken.

Für die FIFA dürfte das deshalb ein Thema werden.

Schließlich plant die Organisation normalerweise alles mit einer Präzision, die selbst Schweizer Uhrmacher nervös machen würde.

Fazit

Die gute Nachricht für Fußballfans:

Bisher wurde kein Spiel um Stunden verschoben.

Die schlechte Nachricht:

Wenn die WM weiterhin jede Partie ein paar Minuten später startet, könnte die FIFA irgendwann gezwungen sein, den Begriff „Anpfiff“ neu zu definieren.

Bis dahin gilt:

Wer pünktlich zum WM-Anstoß einschaltet, hat meistens noch genug Zeit, sich ein Getränk zu holen.

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