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Ein lachendes und ein weinendes Auge: Ouedraogo zur WM, Karl fällt aus

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Als RB-Leipzig-Fan weiß ich ehrlich gesagt nicht so recht, ob ich mich freuen oder ärgern soll.

Auf der einen Seite ist die Nachricht natürlich großartig: Assan Ouedraogo fährt zur Weltmeisterschaft. Damit stellt RB Leipzig einen weiteren Nationalspieler im deutschen WM-Kader, und das völlig verdient. Wer gesehen hat, wie stark Assan nach seinen Verletzungen zurückgekommen ist, der weiß, dass er sich diese Chance hart erarbeitet hat.

Julian Nagelsmann hält große Stücke auf ihn. Bereits bei seinem Debüt gegen die Slowakei hat Ouedraogo mit einem Tor gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Seine Flexibilität im offensiven Mittelfeld, seine Dynamik und seine technische Klasse können für die Nationalmannschaft noch sehr wertvoll werden.

Auf der anderen Seite überwiegt zunächst die Enttäuschung über das WM-Aus von Lennart Karl.

Der 18-Jährige war die große Überraschung der vergangenen Monate. Mit seiner Unbekümmertheit, seinem Tempo und seinem Mut am Ball hatte er sich nicht nur in die Herzen der Fans gespielt, sondern offenbar auch in die Startelf-Pläne von Julian Nagelsmann. Viele Experten sahen ihn sogar als Favoriten auf der rechten Außenbahn.

Umso bitterer ist es, dass ausgerechnet wenige Tage vor Turnierbeginn ein Muskelbündelriss alle WM-Träume zerstört.

Für einen jungen Spieler gibt es kaum einen schlimmeren Zeitpunkt für eine solche Verletzung. Die erste Weltmeisterschaft, die große Bühne, die Chance, sich der ganzen Fußballwelt zu präsentieren – all das ist nun erst einmal vorbei.

Deshalb steht für mich heute nicht die Freude über die Nachnominierung im Vordergrund, sondern zunächst der Wunsch, dass Lennart Karl schnell wieder gesund wird. Er hat ein außergewöhnliches Talent und wird seine Chance in der Nationalmannschaft wieder bekommen. Davon bin ich überzeugt.

Gleichzeitig freue ich mich natürlich für Assan Ouedraogo. Vielleicht ist genau das jetzt seine große Gelegenheit. Fußball schreibt bekanntlich seine eigenen Geschichten. Manchmal öffnet sich eine Tür genau dann, wenn sich für jemand anderen eine schließt.

Für RB Leipzig ist es jedenfalls ein weiteres Zeichen dafür, wie viele junge deutsche Topspieler inzwischen den Weg nach Leipzig finden und sich dort entwickeln können.

Jetzt heißt es: Gute Besserung, Lenny Karl. Und viel Erfolg, Assan Ouedraogo. Wir Leipziger werden bei dieser WM mit ganz besonderem Interesse auf die deutsche Mannschaft schauen.

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