Startseite Allgemeines Alles muss raus – Trump räumt bei NSA und Sicherheitsrat auf
Allgemeines

Alles muss raus – Trump räumt bei NSA und Sicherheitsrat auf

LisetteBrodey (CC0), Pixabay
Teilen

In den USA wurde offenbar der Frühjahrsputz in der nationalen Sicherheitsarchitektur eingeläutet – allerdings nicht mit Besen und Putzmittel, sondern mit einem Rauswurf deluxe. Medienberichten zufolge durfte NSA-Direktor Timothy Haugh gestern Abend (Ortszeit) seine Sachen packen. Ob er seinen Bürostuhl gleich mitgenommen hat, ist nicht bekannt.

Neben Haugh wurde auch seine Stellvertreterin Wendy Noble aus dem Verkehr gezogen – wobei, ganz raus ist sie nicht: Sie darf nun ihre Expertise im Pentagon als Dekorationsstück im Büro des Unterstaatssekretärs für Nachrichtendienste einbringen. Auch schön.

Als frischer Ersatz rücken William Hartmann als amtierender NSA-Chef und Sheila Thomas als seine Nummer zwei nach – quasi das neue Dream-Team aus der zweiten Reihe. Warum sich mit außenpolitischem Know-how aufhalten, wenn man einfach rotieren kann?


Die Signal-Affäre: Wenn Sicherheit zur Privatsache wird

Hintergrund des personellen Kehraus ist – Trommelwirbel – die Signal-Gate-Affäre. Offenbar hatte man im Nationalen Sicherheitsrat die revolutionäre Idee, hochsensible US-Militäraktionen im Jemen über ein nicht abhörsicheres Chatprogramm zu koordinieren. Vielleicht, weil WhatsApp gerade ein Update gemacht hat?

Dass dabei interne Informationen an die Medien sickerten, überrascht niemanden – außer vielleicht die, die dachten, Signal sei das neue Fort Knox. Als Konsequenz wird jetzt „neu strukturiert“. In Washington bedeutet das in der Regel: Köpfe rollen, aber niemand übernimmt Verantwortung.

Laura Loomer – jetzt auch im Personalwesen aktiv

Besonders charmant ist der zeitliche Zufall: Nur einen Tag vor der Entlassungswelle spazierte die bekannte rechte Verschwörungstheoretikerin Laura Loomer in das Präsidentenbüro und soll Trump eine Liste mit „illoyalen“ Mitarbeitern überreicht haben. Natürlich rein zufällig. Und natürlich gibt es überhaupt keinen Zusammenhang zu den Entlassungen. Nur ein bisschen magisches Timing.

Vielleicht sollten demnächst gleich Telegram-Gruppen und Twitter-Umfragen über Personalbesetzungen entscheiden. Das wäre wenigstens transparent.

Fazit:
Die US-amerikanische Sicherheitspolitik gleicht zunehmend einer Reality-Show. Nur dass das Drehbuch nicht geschrieben, sondern improvisiert wird – mit Exklusivlisten, abgehörten Chatnachrichten und der großen Illoyalitätskeule. Was kommt als Nächstes? Eine Talentshow für Geheimdienstchefs?

Bleibt zu hoffen, dass wenigstens die neuen Sicherheitsköpfe wissen, wo man das Mikrofon bei Signal stummschaltet.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

TGI weist Betrugs- und Geldwäschevorwürfe zurück: Unternehmen spricht von Missverständnissen und kündigt Offenlegung an

Die TGI AG hat in einer ausführlichen Stellungnahme auf die jüngsten Berichte...

Allgemeines

TGI AG Stellungnahme zu Maßnahmen der Staatsanwaltschaft

Interview: „Irgendwann reichen keine Videos mehr – dann zählen Beweise“Die Rechtsanwälte Daniel...

Allgemeines

Melinda French Gates investiert weitere 215 Millionen Dollar in die Gesundheit von Frauen

Die Unternehmerin, Autorin und Philanthropin Melinda French Gates verstärkt ihr Engagement für...

Allgemeines

Drei Besatzungsmitglieder der Royal Navy bei Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen

Die britische Regierung hat die Identität der drei Angehörigen der Royal Navy...