Startseite Allgemeines Zwei weitere US-Soldaten im Iran-Krieg getötet – Teheran setzt Abkommen mit Washington aus
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Zwei weitere US-Soldaten im Iran-Krieg getötet – Teheran setzt Abkommen mit Washington aus

rapplw (CC0), Pixabay
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Die jüngste Eskalation im Iran-Krieg fordert weitere Opfer auf amerikanischer Seite. Nach Angaben des US-Militärs wurden zwei US-Soldaten bei einem Einsatz in Jordanien getötet. Es sind die ersten offiziell gemeldeten Todesfälle von US-Soldaten seit der neuen Zuspitzung des Konflikts.

Wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte, kamen die Soldaten am Freitag ums Leben, als sich US-Streitkräfte und verbündete Einheiten gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten. Ein weiterer Soldat wird demnach noch vermisst. Vier US-Soldaten wurden zur medizinischen Versorgung in jordanische Krankenhäuser gebracht, konnten diese inzwischen aber wieder verlassen. Weitere Soldaten erlitten leichte Verletzungen und nahmen ihren Dienst bereits wieder auf.

Mit den beiden neuen Todesfällen steigt die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten auf 16. Der innenpolitische Druck auf US-Präsident Donald Trump dürfte damit weiter zunehmen. Der Krieg gilt in Teilen der US-Bevölkerung als unpopulär, und jede weitere Meldung über getötete Soldaten verschärft die Debatte über Ziel, Dauer und Kosten des Einsatzes.

Trump selbst reagierte zunächst nicht öffentlich auf die Nachricht. Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte die Mitteilung des Militärs auf X und schrieb: „Gott sei mit euch, Helden.“ Zugleich machte er deutlich, dass die USA ihren militärischen Kurs fortsetzen wollen. Das Opfer der Soldaten stärke nur die amerikanische Entschlossenheit, erklärte Hegseth.

Iran sieht Rahmenabkommen als ausgesetzt

Parallel dazu hat Iran das Rahmenabkommen mit den USA nach Darstellung der Regierung in Teheran faktisch ausgesetzt. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, das Abkommen habe unter den aktuellen Umständen keinen Bestand mehr. „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt“, wurde er aus einem TV-Interview zitiert.

Gharibabadi warf den USA vor, mit ihren jüngsten militärischen Maßnahmen gegen Verpflichtungen aus der sogenannten Absichtserklärung von Islamabad verstoßen zu haben. Deshalb fühle sich auch Iran nicht länger an die Vereinbarung gebunden.

Die USA und Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg zu einem dauerhaften Ende des Kriegs ebnen sollte. Innerhalb von 60 Tagen sollte ein endgültiger Deal ausgehandelt werden. Teil des Abkommens war auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April hatte zudem eine Waffenruhe gegolten, doch Anfang Juli eskalierte der Konflikt erneut.

Sorge vor Ausweitung des Krieges wächst

Die Angst vor einer regionalen Ausweitung des Krieges ist groß. Die USA griffen Iran in der Nacht erneut an – nach den vorliegenden Angaben bereits die siebente Angriffsnacht in Folge. In der iranischen Küstenregion Jask ist unterdessen die Wasserversorgung für Tausende Menschen unterbrochen, ausgerechnet bei großer Hitze.

Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen in den Golfstaaten und weiteren Drohungen. Damit steigt das Risiko, dass der Krieg über die unmittelbare Konfrontation zwischen Washington und Teheran hinaus weitere Staaten der Region erfasst.

Auch diplomatisch ist die Lage angespannt. Vor dem Hintergrund jüngster Gespräche mit Israel reist der libanesische Präsident Joseph Aoun auf Einladung Trumps nach Washington. Geplant sind ein Treffen im Weißen Haus sowie Gespräche mit US-Regierungsvertretern. Nach Angaben des libanesischen Präsidialamtes sollen die Lage im Libanon, die Stabilisierung der Waffenruhe im Süden des Landes und der Rückzug Israels von libanesischem Gebiet im Mittelpunkt stehen.

Seit Mitte April führen Israel und Libanon erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte politische Gespräche. Ziel ist es, die Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah zu stabilisieren. Die libanesische Regierung ist selbst keine direkte Kriegspartei; die USA vermitteln. Israel und Libanon unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen. Trotz der Waffenruhe kommt es im Süden des Libanon weiterhin zu Kämpfen.

Proteste in der Ukraine nach Entlassung von Verteidigungsminister Fedorow

Auch in der Ukraine steht die politische Führung unter Druck. Nach der Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow halten die Proteste an. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einer Videoansprache, er höre, was die Menschen sagten. Er habe lange Gespräche mit Fedorow sowie mit Armeechef Olexander Syrskyj geführt. Entscheidungen zur Armee würden ausgearbeitet, sagte Selenskyj, ohne konkrete Schritte zu nennen.

In Kiew und anderen Städten demonstrierten den dritten Tag in Folge mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Absetzung. Sie forderten zunächst seine Wiedereinsetzung. Zunehmend richtet sich der Protest jedoch auch gegen Armeechef Syrskyj. Ein Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow gilt als Hintergrund für den Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.

Fedorows Amt übernahm zunächst geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara. Selenskyj muss dessen Kandidatur allerdings noch dem Parlament vorlegen und bestätigen lassen. Fedorow hatte das Verteidigungsministerium erst seit Januar geführt. Zuvor war der 35-Jährige Leiter des 2019 geschaffenen Digitalisierungsministeriums.

Die Entwicklungen zeigen, wie stark mehrere internationale Krisen derzeit ineinandergreifen: Während der Iran-Krieg militärisch eskaliert und diplomatische Vereinbarungen zerbrechen, versuchen die USA zugleich, im Libanon Einfluss auf eine fragile Waffenruhe zu nehmen. In der Ukraine wiederum wächst der innenpolitische Druck auf Selenskyj mitten im anhaltenden Krieg. Für Washington bedeutet das eine immer komplexere außenpolitische Lage – mit steigenden Risiken an mehreren Fronten.

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