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Zwei Feuerwehrleute sterben bei Waldbränden auf Kreta – Südeuropa kämpft gegen Hitze und Feuer

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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Bei schweren Waldbränden auf der griechischen Insel Kreta sind zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden sie im Raum Rethymno von den Flammen eingeschlossen, als sie versuchten, einen sich schnell ausbreitenden Brand zu bekämpfen.

Starke Winde fachten das Feuer immer wieder an und erschwerten die Löscharbeiten erheblich. Mehrere Dörfer mussten evakuiert werden. Augenzeugen berichteten, dass auf Kreta gleich mehrere Brände ausgebrochen seien und sich rasch ausgebreitet hätten. Die größte Feuerfront soll zeitweise bis zu 15 Kilometer lang gewesen sein. Die Feuerwehr teilte mit, die beiden getöteten Männer hätten nahe der westkretischen Stadt Rethymno gearbeitet.

Auch in anderen Teilen Griechenlands wurden neue Brände gemeldet, unter anderem auf den Ägäis-Inseln Paros und Lesbos sowie bei Trifylia im Süden des griechischen Festlands. Die Behörden kämpfen damit erneut gegen eine gefährliche Sommerlage, wie sie Südeuropa inzwischen immer häufiger erlebt.

In der südlichen Türkei mussten wegen eines Feuers in der Provinz Muğla Teile einer Klinik evakuiert werden. Zudem wurde die wichtige Fernstraße zwischen Fethiye und Antalya vorübergehend gesperrt. Auch dort erschwerten Hitze, Wind und trockene Vegetation die Löscharbeiten.

Besonders angespannt bleibt die Lage in Spanien. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte, die kommenden Stunden seien entscheidend, um einen Großbrand nahe Madrid endgültig unter Kontrolle zu bringen. Zwar entwickle sich die Situation vorsichtig positiv, doch steigende Temperaturen, sinkende Luftfeuchtigkeit und mögliche Windböen könnten das Feuer erneut anfachen.

In der Provinz Ávila, rund 150 Kilometer westlich von Madrid, sind bereits mehr als 43.000 Hektar Land verbrannt. Der Brand bei Burgohondo gilt inzwischen als der größte registrierte Waldbrand in der Geschichte Spaniens. Insgesamt wurden in diesem Jahr in Spanien bereits mehr als 207.000 Hektar durch Feuer zerstört.

Die Einsatzleitung zeigte sich vorsichtig optimistisch, warnte aber weiter vor Rückschlägen. Zwar habe sich das Feuer in der Nacht nicht weiter ausgebreitet, doch die Gefahr eines erneuten Aufflammens bleibe wegen der Hitze hoch. Der Schwerpunkt liege nun darauf, eine rund 180 Kilometer lange Brandlinie zu stabilisieren.

In mehreren Regionen Spaniens konnten inzwischen Tausende Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Beschränkungen wurden unter anderem in Teilen von Toledo, Madrid, Ávila und Castellón aufgehoben. Allein in der Region Madrid durften rund 24.000 Bewohner zurückkehren; für weitere etwa 20.000 Menschen wurden Ausgangs- und Sicherheitsbeschränkungen aufgehoben.

Für viele Rückkehrer ist die Heimkehr jedoch bitter. In Orten westlich von Madrid wie Navas del Rey und Chapinería fanden Bewohner zerstörte Häuser, beschädigte Grundstücke und verbrannte Landschaften vor. Die Bürgermeisterin von Chapinería sprach von schweren Folgen für ihre Gemeinde. Viele Menschen hätten ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verloren, der Wiederaufbau werde mühsam.

Ein Brand in Vall d’Uixó nordwestlich von Valencia ist weiterhin außer Kontrolle. Auch in Portugal brennen Wälder, insbesondere im nordöstlichen Distrikt Vila Real. Dort beobachten die Behörden nach Angaben des Zivilschutzes ein aktives Feuer mit einer Front von rund einem Kilometer. Besondere Aufmerksamkeit gilt einer Wasseraufbereitungsanlage und einem Gasdepot nahe der Stadt Valpaços.

In Frankreich bereitet eine neue Hitzewelle den Einsatzkräften Sorgen. Im Südwesten des Landes gelten die großen Brände in der Gironde zwar als stabilisiert, doch immer wieder kommt es zu Aufflammungen. Die Behörden warnen vor trockenen Winden und Temperaturen von bis zu 41 Grad. Mehrere französische Départements stehen unter erhöhter Hitzewarnung.

Besonders sensibel ist die Lage in der Gironde auch deshalb, weil dort Industrieanlagen geschützt werden müssen, die mit Verteidigung und Raumfahrt verbunden sind. Darunter befinden sich sogenannte Seveso-Standorte, an denen gefährliche Stoffe für Raketen und Flugkörper verarbeitet werden.

Die Brände fordern inzwischen auch abseits Griechenlands Todesopfer. In Sevilla starb nach Angaben der Behörden eine Frau, die bei einem Brand in Los Gallardos in der südspanischen Provinz Almería schwere Verbrennungen erlitten hatte. Bei den Feuern in Almería kamen insgesamt 14 Menschen ums Leben, darunter Staatsangehörige aus Großbritannien, Belgien, den USA, Frankreich und Spanien.

Wissenschaftler verweisen seit Jahren darauf, dass der Klimawandel Hitzeperioden verschärft und die Waldbrandgefahr erhöht. Europa erwärmt sich nach Angaben des Copernicus-Klimadienstes etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Die Folge sind häufigere Hitzewellen, stärkerer Druck auf Wasserressourcen und intensivere Brände.

Südeuropa erlebt damit erneut einen Sommer, in dem Hitze, Trockenheit und Wind zu einer gefährlichen Mischung werden. Für Feuerwehrleute und Zivilschutzkräfte bedeutet das Dauereinsatz – und für viele Bewohner die bange Frage, ob ihre Häuser, Dörfer und Lebensgrundlagen den nächsten Flammen standhalten.

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