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Willkommen im Jahr 2026: Google verschenkt jetzt nur noch Speicher gegen Telefonnummer

Simon (CC0), Pixabay
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Lange galt bei Google ein einfaches Prinzip: Wer ein Gmail-Konto eröffnete, bekam 15 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz. Einfach so. Ohne Diskussion. Ohne Opfergabe. Ohne DNA-Probe.

Diese Zeit scheint nun vorbei zu sein.

Wer aktuell ein neues Google-Konto erstellt, erhält teilweise nur noch 5 Gigabyte Gratis-Speicher. Die restlichen 10 Gigabyte gibt es erst, wenn man brav seine Handynummer herausrückt. Datenschutzromantiker nennen das vermutlich „digitale Erpressung“, Google nennt es „Testlauf“.

Entdeckt wurde die Änderung von einem Reddit-Nutzer – also genau dort, wo Menschen normalerweise entweder geheime Weltverschwörungen oder neue WLAN-Probleme aufdecken.

Google bestätigte inzwischen offiziell, dass in einigen Regionen eine neue Speicherregelung getestet wird. Besonders betroffen sind offenbar Nutzer in afrikanischen Ländern wie Kenia oder Nigeria. Übersetzt heißt das in Konzernsprache meist: „Wenn dort niemand laut genug schreit, rollen wir es weltweit aus.“

Offiziell dient die Maßnahme natürlich der Sicherheit. Konten sollen besser geschützt und Speicher nur „einmal pro Person“ vergeben werden. Klingt nobel. Kritiker könnten allerdings vermuten, dass Google vor allem zusätzliche Telefonnummern einsammeln möchte – schließlich ist im Silicon Valley inzwischen selbst die eigene Großmutter ein wertvoller Datensatz.

Die Änderung kommt nicht zufällig. Speicher kostet Geld. Vor allem jetzt, wo KI-Systeme wie Gemini gigantische Rechenzentren verschlingen wie pubertierende Teenager eine Familienpizza. Irgendwo muss gespart werden – und offenbar beginnt die Sparmaßnahme beim kostenlosen Speicherplatz für Normalsterbliche.

Die Ironie dabei: Google nähert sich damit ausgerechnet Apple an. Jahrelang machte man sich über die mickrigen 5 Gigabyte der iCloud lustig. Jetzt heißt es plötzlich: „Eigentlich reicht das doch völlig.“

Natürlich nur theoretisch.

Praktisch reichen 5 Gigabyte heute ungefähr für:

  • drei Smartphone-Backups,
  • sieben Urlaubsfotos,
  • oder zwei Minuten Familienvideo in 4K.

Sobald Gmail, Google Fotos und Drive gleichzeitig genutzt werden, verwandelt sich der Speicherplatz schneller in eine digitale Einzimmerwohnung mit Messie-Charakter.

Wer das Limit überschreitet, darf dann erleben, wie Google freundlich aber bestimmt den Dienst verweigert: keine neuen Mails, keine Backups, keine Uploads. Willkommen im modernen Cloud-Kapitalismus.

Immerhin beruhigt Google bestehende Nutzer: Alte Accounts bleiben vorerst verschont. Das Wort „vorerst“ dürfte dabei ungefähr denselben Beruhigungseffekt haben wie „kleiner technischer Zwischenfall“ im Cockpit eines Flugzeugs.

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