Prinz Harry und Herzogin Meghan haben große Technologiekonzerne erneut scharf kritisiert. In einer Stellungnahme auf ihrer offiziellen Website warfen sie der Branche vor, wirtschaftliche Interessen über den Schutz von Frauen, Jugendlichen und Kindern zu stellen.
Auslöser war ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Minnesota, das den Einsatz sogenannter KI-„Nudification“-Technologie verbietet. Mit solchen Anwendungen können aus normalen Bildern ohne Zustimmung sexualisierte Darstellungen erzeugt werden. Das Gesetz wurde im Senat von Minnesota einstimmig mit 65 zu 0 Stimmen angenommen.
Harry und Meghan bezeichneten die Entscheidung als Beispiel für verantwortungsvolle politische Führung im digitalen Zeitalter. Ohne Elon Musk direkt zu nennen, kritisierten sie den Eigentümer des Unternehmens hinter der KI-Anwendung Grok. Musks Firma xAI hatte gegen das Gesetz geklagt und versucht, dessen Inkrafttreten zu verhindern.
xAI argumentiert, Minnesota dürfe zwar die Erstellung sexualisierter Inhalte einschränken, das Gesetz gehe jedoch zu weit und könne die Meinungsfreiheit verletzen. Ein Bundesrichter lehnte den Antrag des Unternehmens auf eine sofortige Blockierung zunächst ab. Über eine einstweilige Verfügung soll später entschieden werden.
Besonders die Funktion „Imagine“ von Grok steht in der Kritik, weil sie zur Erstellung sexualisierter Deepfakes ohne Einwilligung genutzt worden sein soll. Harry und Meghan warfen dem Unternehmen vor, eher finanzielle Risiken begrenzen zu wollen, als entschieden gegen den möglichen Missbrauch der eigenen Technik vorzugehen.
Das Paar beschäftigt sich seit Jahren mit den Gefahren sozialer Medien und neuer KI-Werkzeuge. Beide fordern strengere Sicherheitsmaßnahmen, bessere Inhaltskontrollen und einen wirksameren Schutz von Minderjährigen.
Bereits in der Vergangenheit hatten Harry und Meghan Gespräche mit Familien geführt, deren Kinder durch soziale Medien schweren Schaden erlitten hatten. Nach ihrer Auffassung reichen selbst intensive elterliche Bemühungen nicht aus, wenn Plattformen und Technologiekonzerne keine ausreichenden Schutzmechanismen schaffen.
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