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WhatsApp bringt „Inkognito-Modus“ für KI-Chats – endlich heimlich mit dem Bot über Ex-Partner und Symptome googeln

EyestetixStudio (CC0), Pixabay
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WhatsApp hat eine neue Funktion vorgestellt, mit der Nutzer künftig komplett private Gespräche mit der KI führen können. Im neuen „Inkognito-Modus“ sollen weder Meta noch sonst jemand mitlesen können. Selbst die Chatverläufe verschwinden danach vollständig. Oder wie Silicon Valley es nennt: Therapiegespräch, aber mit Emoji-Unterstützung.

Meta-Chef Mark Zuckerberg feiert das Ganze bereits als die erste große KI-Plattform ohne gespeicherte Gesprächsprotokolle. Endlich kann man also mitten in der Nacht fragen: „Warum antwortet mein Ex nur mit Daumen-hoch-Emojis?“ – und niemand erfährt davon. Nicht einmal Meta. Angeblich.

WhatsApp-Chef Will Cathcart erklärte, viele Menschen wollten sensible Themen wie Gesundheit, Beziehungen oder Geldprobleme mit einer KI besprechen, ohne dass die Gespräche irgendwo gespeichert werden. Man könnte auch sagen: Die Menschheit hat beschlossen, ihre intimsten Gedanken künftig einer Maschine anzuvertrauen, aber bitte diskret.

Technisch funktioniert der Modus ähnlich wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei normalen Chats. Allerdings warnen Experten bereits vor den Nebenwirkungen völliger Unsichtbarkeit. Denn wenn ein KI-Chat schiefgeht, beleidigt, manipuliert oder gefährliche Ratschläge gibt, existieren später schlicht keine Beweise mehr.

Cybersecurity-Experte Alan Woodward formulierte es höflich: Man müsse der KI schon „sehr vertrauen“. Weniger höflich könnte man sagen: Viel Spaß dabei, mit einem unsichtbaren Chatbot über psychische Krisen zu sprechen, dessen Antworten niemand jemals überprüfen kann.

Besonders heikel: Immer mehr KI-Firmen sehen sich bereits mit Klagen konfrontiert, nachdem Nutzer problematische oder gefährliche Antworten erhalten hatten. Im neuen WhatsApp-Modus wäre die klassische Verteidigung dann vermutlich: „Tut uns leid, wir können leider auch nicht nachsehen, was passiert ist.“

Meta betont natürlich, dass die KI weiterhin Sicherheitsregeln habe und problematische Anfragen blockieren werde. Das Unternehmen lässt auf WhatsApp ohnehin keine fremden KI-Systeme zu – wer auf der Plattform mit künstlicher Intelligenz sprechen möchte, bekommt ausschließlich Meta AI serviert. Fast wie in einem Restaurant mit exakt einem Gericht.

Hinter der plötzlichen Liebe zur Privatsphäre steckt allerdings auch ein milliardenschweres Geschäft. Meta investiert derzeit gigantische Summen in KI-Infrastruktur und hofft, dass Nutzer künftig möglichst viele Lebensentscheidungen direkt mit Zuckerbergs Chatbot besprechen.

Die Zukunft des Internets lautet damit offenbar: Niemand liest deine geheimen KI-Chats. Hoffentlich auch die KI nicht zu genau.

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