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Way to Work

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Für viele Amerikaner wird der tägliche Weg zur Arbeit zur finanziellen Belastungsprobe. Die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran bringen Pendler zunehmend an ihre Grenzen. Besonders betroffen sind Arbeitnehmer mit langen Fahrstrecken – manche denken inzwischen sogar darüber nach, ihren Job aufzugeben oder früher in Rente zu gehen.

Stephen Kaledecker aus dem Bundesstaat Ohio hatte sich eigentlich über seine Beförderung zum Regionalmanager einer Hotelkette gefreut. Doch die Euphorie hielt nicht lange. Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten sind die Benzinpreise massiv gestiegen. Für seine neue Position muss der 46-Jährige jeden Monat Tausende Kilometer durch Ohio, Indiana und Illinois fahren.

Bei Spritpreisen von teilweise mehr als fünf Dollar pro Gallone gibt Kaledecker inzwischen über 1000 Dollar im Monat allein für Benzin aus. Sein Problem: Die Gehaltserhöhung gleicht die zusätzlichen Kosten nicht aus. Zudem übernimmt sein Arbeitgeber künftig keine Fahrtkosten mehr.

„Das wird mich buchstäblich ruinieren“, sagte Kaledecker dem Sender CNN. Teilweise sitze er abends weinend in Hotelzimmern und rechne durch, ob noch genug Geld für Medikamente oder Stromrechnungen bleibt.

Landesweit lag der durchschnittliche Benzinpreis zuletzt bei 4,52 Dollar pro Gallone. Vor Beginn der Krise Ende Februar waren es noch knapp drei Dollar gewesen. Für viele Arbeitnehmer bedeutet das einen massiven Einschnitt.

Arbeitsmarktexperten beobachten bereits erste Veränderungen. Immer mehr Jobsuchende beschränken ihre Suche auf Stellen in Wohnortnähe. Laut der Plattform Indeed suchen inzwischen fast 60 Prozent der Bewerber nur noch in einem Radius von maximal 30 Meilen.

Zugleich arbeiten viele Beschäftigte wieder häufiger im Homeoffice. Laut einer Studie der Stanford University stieg der Anteil der Arbeitstage von zuhause zuletzt leicht an. Arbeitgeber reagierten zunehmend flexibler auf Mitarbeiter, die sich die täglichen Fahrten kaum noch leisten können.

Nicht alle haben diese Möglichkeit. Paul Banze aus Tennessee etwa entschied sich wegen der Spritpreise endgültig für den Ruhestand. Der 68-Jährige war erst Anfang des Jahres in eine Filiale versetzt worden, die 44 Meilen von seinem Wohnort entfernt liegt.

Als die Benzinpreise über vier Dollar stiegen, zog er die Konsequenz. „Ich wollte eigentlich zu meinen eigenen Bedingungen in Rente gehen“, sagte Banze. „Aber wirtschaftlich ergibt das alles keinen Sinn mehr.“

Auch jüngere Arbeitnehmer geraten unter Druck. Shayde Fischer aus der Nähe von Chicago hat gerade ihren MBA-Abschluss gemacht und sucht einen Einstieg ins Marketing. Doch viele Stellenangebote lehnt sie inzwischen ab, weil die Fahrtkosten zu hoch wären.

„Es fühlt sich an, als wäre ich in einem Videospiel und auf einem Teil der Karte gefangen, nur wegen der Benzinpreise“, sagte die 34-Jährige.

Andere wechseln gleich den Beruf. Mark Hernandez aus Texas arbeitete bislang als Lieferfahrer für Walmart. Wegen steigender Benzinkosten und sinkender Einnahmen kündigte er und nahm eine Stelle im Kundendienst nur eine Meile von seiner Wohnung entfernt an.

„Benzin ist inzwischen verrückt teuer“, sagte Hernandez. „Da erscheint mir das als der richtige Schritt.“

Selbst Rentner sehen sich zum Umdenken gezwungen. Ein ehemaliger Lehrer aus Florida erklärte, die steigenden Lebenshaltungskosten hätten ihn dazu gebracht, wieder nach Teilzeitarbeit zu suchen. Besonders die höheren Benzinpreise hätten letztlich den Ausschlag gegeben.

Auch Arbeitnehmer, die mit ihrem Job eigentlich zufrieden sind, denken inzwischen über einen Wechsel nach. Ein Marketingmitarbeiter aus Oregon etwa fährt täglich rund 80 Kilometer zur Arbeit. Obwohl er seine Stelle schätzt, überlegt er inzwischen, sich etwas Näheres zu suchen.

Für viele Amerikaner wird der Arbeitsweg damit zunehmend zur Kostenfrage – und die hohen Spritpreise drohen den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt zusätzlich zu verändern.

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