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Was ist eine Gütestelle?

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Eine Gütestelle ist eine unabhängige Stelle zur außergerichtlichen Streitbeilegung. Sie soll helfen, Konflikte zwischen Parteien zu lösen, ohne dass sofort ein langes und teures Gerichtsverfahren notwendig wird.

Einfach gesagt:
Eine Gütestelle versucht, zwischen Streitparteien zu vermitteln und eine freiwillige Einigung herbeizuführen.

Welche Aufgabe hat eine Gütestelle?

Die Hauptaufgabe besteht darin:

  • Streitigkeiten zu schlichten,
  • Gerichte zu entlasten,
  • Kosten und Zeit zu sparen,
  • und möglichst eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.

Dabei geht es oft um:

  • Nachbarschaftsstreitigkeiten,
  • Verbraucherprobleme,
  • Vertragsstreitigkeiten,
  • kleinere Schadensersatzforderungen,
  • Mietstreitigkeiten,
  • oder Konflikte im Wirtschaftsbereich.

Wie läuft ein Verfahren bei einer Gütestelle ab?

Typischerweise so:

  1. Eine Partei stellt einen Antrag bei der Gütestelle.
  2. Die Gegenseite wird informiert.
  3. Beide Seiten bekommen die Möglichkeit, ihre Sicht darzustellen.
  4. Die Gütestelle versucht dann, eine Einigung zu vermitteln.

Kommt es zu einer Einigung, wird häufig ein Vergleich geschlossen.

Ist eine Gütestelle ein Gericht?

Nein.

Eine Gütestelle ist normalerweise kein Gericht und spricht in der Regel kein klassisches Urteil.

Sie vermittelt zwischen den Parteien.

Allerdings können bestimmte Vergleiche rechtlich verbindlich werden – ähnlich wie ein gerichtlicher Vergleich.

Warum gibt es Gütestellen überhaupt?

Der Gesetzgeber wollte:

  • Gerichte entlasten,
  • Konflikte schneller lösen,
  • und Eskalationen vermeiden.

Denn viele Streitigkeiten lassen sich oft einfacher durch Verhandlungen lösen als durch jahrelange Prozesse.

Gibt es verschiedene Arten von Gütestellen?

Ja.

Zum Beispiel:

  • staatlich anerkannte Gütestellen,
  • Schlichtungsstellen,
  • Verbraucherschlichtungsstellen,
  • Ombudsstellen,
  • anwaltliche Gütestellen,
  • oder branchenspezifische Schlichtungsstellen.

Bekannt sind etwa:

  • die Schlichtungsstellen der Banken,
  • Versicherungsombudsleute,
  • oder Verbraucherschlichtungsstellen.

Welche Vorteile hat eine Gütestelle?

  • oft schneller als Gerichte,
  • günstiger,
  • weniger formal,
  • vertraulicher,
  • und häufig weniger belastend.

Gibt es auch Kritik?

Ja.

Kritiker sagen teilweise:

  • manche Gütestellen seien zu wirtschaftsnah,
  • Verbraucher würden nicht immer auf Augenhöhe verhandeln,
  • oder Verfahren würden taktisch genutzt, um Zeit zu gewinnen.

Deshalb sollte man immer prüfen:

  • Wer betreibt die Gütestelle?
  • Ist sie wirklich neutral?
  • Welche rechtlichen Folgen hat eine Einigung?

Wichtig zu wissen

In manchen Bereichen ist ein Schlichtungsversuch vor einer Gütestelle sogar vorgeschrieben, bevor man klagen darf – etwa bei bestimmten Nachbarschaftsstreitigkeiten in einigen Bundesländern.

Eine Gütestelle ersetzt also nicht grundsätzlich die Gerichte, sondern soll helfen, Konflikte möglichst vorher friedlich zu lösen.

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