Kaum sitzt man im Garten oder am Badesee, geht das große Kratzen los. Während einige Menschen nach wenigen Minuten mit roten Quaddeln übersät sind, bleiben andere scheinbar völlig verschont. Zufall? Keineswegs. Wissenschaftler haben inzwischen recht genau entschlüsselt, warum manche Menschen für Mücken besonders attraktiv sind.
Kohlendioxid verrät den Menschen
Weibliche Mücken – nur sie stechen – suchen ihre Opfer bereits aus mehreren Metern Entfernung. Einer der wichtigsten Hinweise ist das Kohlendioxid (CO₂), das Menschen beim Ausatmen abgeben.
Je mehr CO₂ produziert wird, desto interessanter wird man für die Insekten. Deshalb werden Erwachsene häufiger gestochen als Kinder. Auch Schwangere, größere Menschen oder Personen nach körperlicher Anstrengung geraten häufiger ins Visier.
Körperwärme macht attraktiv
Nicht nur der Atem spielt eine Rolle. Mücken lieben auch Wärme und Feuchtigkeit. Wer gerade Sport gemacht hat oder an heißen Tagen stark schwitzt, sendet für die Blutsauger regelrechte Leuchtsignale aus.
Schwangere sind besonders betroffen, weil ihr Körper wärmer ist und sie mehr Kohlendioxid ausatmen.
Der Körpergeruch entscheidet
Den größten Einfluss hat jedoch der individuelle Körpergeruch.
Jeder Mensch besitzt eine einzigartige Mischung aus Hunderten flüchtiger Duftstoffe auf der Haut. Verantwortlich dafür sind unter anderem die natürlichen Hautbakterien. Einige Menschen produzieren besonders viele sogenannte Carbonsäuren, auf die Mücken regelrecht fliegen.
Studien zeigen sogar: Manche Menschen ziehen bis zu 100-mal mehr Mücken an als andere.
Gene spielen ebenfalls eine Rolle
Ob man für Mücken besonders attraktiv ist, ist zum Teil erblich bedingt. Untersuchungen an eineiigen Zwillingen zeigen, dass sie nahezu gleich häufig gestochen werden, während sich zweieiige Zwillinge deutlich unterscheiden können.
Auch die Stärke der Reaktion auf einen Stich ist genetisch beeinflusst. Manche Menschen entwickeln große, stark juckende Quaddeln, andere bemerken den Stich kaum. Dadurch entsteht oft der Eindruck, häufiger gestochen worden zu sein.
Helfen Knoblauch oder Vitamin B?
Viele Hausmittel halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.
Weder Knoblauch, Vitamin-B-Präparate noch andere häufig empfohlene Mittel konnten in Studien zuverlässig vor Mückenstichen schützen.
Experten empfehlen stattdessen:
- Insektenschutzmittel mit DEET, Icaridin oder PMD verwenden.
- Möglichst lange Kleidung tragen.
- Den Schutz regelmäßig erneuern, besonders nach starkem Schwitzen.
Ganz entkommen kann niemand
Auch Menschen, die selten gestochen werden, sind für Mücken grundsätzlich nicht unsichtbar. Die Insekten orientieren sich an einer Kombination aus Atemluft, Körperwärme und Hautgeruch – und finden früher oder später fast jeden.
Fazit: Wer ständig gestochen wird, hat meist einfach Pech bei der genetischen Lotterie. Für Mücken ist der Mensch dann kein Zufallsopfer, sondern ein besonders verlockendes Buffet. Wissenschaftlich lässt sich der eigene „Mücken-Magnetismus“ kaum verändern – wirksam schützen kann man sich derzeit nur mit guter Kleidung und bewährten Insektenschutzmitteln.
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