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1600 Jahre verborgen: Archäologen entdecken römischen Schutzgeist unter Festung

July_24 (CC0), Pixabay
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Ein außergewöhnlicher Fund begeistert derzeit Archäologen in Großbritannien: Bei Ausgrabungen in der römischen Festung Vindolanda nahe dem Hadrianswall ist eine rund 1.600 Jahre alte Steinskulptur eines sogenannten „Genius“, eines römischen Schutzgeistes, entdeckt worden. Die Figur lag über anderthalb Jahrtausende unter dem Boden eines Militärgebäudes verborgen und gilt als bemerkenswert gut erhalten.

Die Skulptur stammt aus dem 4. Jahrhundert nach Christus und liefert neue Einblicke in den religiösen Alltag der römischen Soldaten und ihrer Familien im Norden Britanniens. In einer Hand hält die Figur ein Füllhorn (Cornucopia) als Symbol für Wohlstand und Überfluss, in der anderen eine Patera, eine flache Opferschale, die bei religiösen Zeremonien verwendet wurde.

Der Leiter der Ausgrabungen, Dr. Andrew Birley, sprach von einem der seltenen Momente, die Archäologen nur wenige Male in ihrer Laufbahn erleben. Zunächst war unklar, wen die Figur darstellen sollte. Erst Spezialisten für den Hadrianswall identifizierten sie als einen sogenannten Genius – einen Schutzgeist, der nach römischem Glauben Menschen, Orte oder Gebäude bewachen sollte.

Nach Einschätzung der Forscher wurde die Skulptur vermutlich von einem lokalen Steinmetz gefertigt. Möglich ist auch, dass sie aus einer Werkstatt des nahegelegenen römischen Kastells Lanchester stammt.

Der Fund ist deshalb so bedeutend, weil vollständig erhaltene römische Steinskulpturen aus Britannien vergleichsweise selten sind. Nach Abschluss der Restaurierung und wissenschaftlichen Untersuchungen soll die Figur im Museum von Vindolanda öffentlich ausgestellt werden.

Für Dr. Birley besitzt der Fund auch eine emotionale Seite. Mit einem Augenzwinkern sagte er, es habe sich fast so angefühlt, als hätte die antike Festung selbst dem Grabungsteam zuflüstern wollen: „Wir sind mit eurer Arbeit einverstanden.“ Ein schöneres Kompliment könne sich ein Archäologe kaum wünschen.

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