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Viel zu spät

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Berliner Verwaltung verschärft Schutzmaßnahmen nach Veröffentlichung interner Zugangsdaten

Der Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung hat offenbar größere Folgen als zunächst bekannt. Nachdem die Angreifer bereits sensible Dokumente veröffentlicht hatten, stellten sie nun ein weiteres Datenpaket ins Internet. Darin befinden sich nach Angaben der Senatskanzlei auch interne Zugangsdaten von Beschäftigten.

Als Reaktion verschärfte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ihre Sicherheitsmaßnahmen. Dadurch kann es vorübergehend zu Einschränkungen bei wichtigen digitalen Fachverfahren kommen.

Welche Anwendungen konkret betroffen sind, teilte die Verwaltung nicht mit. Zu den von der Behörde genutzten Verfahren gehören jedoch auch Systeme für Bürgerleistungen wie das Wohngeld. Verzögerungen könnten deshalb neben den Mitarbeitern auch Antragsteller betreffen.

Die Angreifer sollen sich zwischen dem 7. und 12. August unbemerkt Zugang zu Teilen des Berliner Landesnetzes verschafft haben. Betroffen waren nach den bisherigen Angaben die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr.

Entdeckt wurde der Angriff am 14. August. Drei Tage später informierte der Berliner Senat die Öffentlichkeit über den Vorfall.

Hinter der Attacke soll die international aktive Cybercrime-Gruppe Rhysida stecken. Eine abschließende Bestätigung der Täterschaft liegt bislang nicht vor. Die Angreifer verlangten dem Bericht zufolge 30 Bitcoin als Lösegeld. Das entsprach zum genannten Zeitpunkt ungefähr zwei Millionen Euro.

Berlin kam der Forderung nicht nach. Nach Ablauf eines Ultimatums begannen die Täter, die mutmaßlich erbeuteten Daten im Internet zu veröffentlichen. Darunter sollen sich personenbezogene Unterlagen wie Arbeitsverträge und Bewerbungsdokumente befinden.

Mit der Freigabe interner Zugangsdaten verschärft sich die Sicherheitslage. Solche Informationen könnten für weitere Angriffe auf Konten, Anwendungen oder Teile der Verwaltungsinfrastruktur missbraucht werden. Die Behörden müssen deshalb prüfen, welche Zugänge kompromittiert wurden, Passwörter und Berechtigungen ändern und möglicherweise betroffene Systeme vorsorglich abschalten.

Nach Medienberichten und Einschätzungen von IT-Fachleuten könnten die veröffentlichten Dateien außerdem Informationen über kritische Infrastruktur enthalten. Einige Dokumente sollen sicherheitsrelevante Bereiche des Bundes und der Länder betreffen. Umfang und Bedeutung dieser Daten sind bislang jedoch nicht abschließend geklärt.

Die zuständigen Stellen müssen nun untersuchen, wie die Angreifer in das Netzwerk gelangten, auf welche Systeme sie zugreifen konnten und ob noch weitere Daten entwendet wurden. Ebenso offen ist, ob bereits veröffentlichte Zugangsinformationen für zusätzliche Angriffe genutzt worden sind.

Der Vorfall könnte die Berliner Verwaltung noch längere Zeit beschäftigen. Neben der technischen Wiederherstellung stehen die Prüfung möglicher Datenschutzverletzungen, die Information betroffener Personen und eine Aufarbeitung der bestehenden Sicherheitsstrukturen an.

Wie groß der tatsächliche Schaden ist, lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig beziffern.

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