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Der Gewinn blieb eine Illusion: Frau verliert 100.000 Euro an Anlagebetrüger

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Ein vermeintlich lukratives Investment im Internet hat für eine 57-Jährige aus dem Wartburgkreis mit einem enormen finanziellen Verlust geendet. Die Frau fiel nach Angaben der Polizei auf Anlagebetrüger herein und überwies über mehrere Monate hinweg insgesamt rund 100.000 Euro auf verschiedene Konten. Die versprochenen Gewinne erhielt sie nicht.

Besonders brisant: Die Frau hatte den unbekannten Tätern offenbar auch Fernzugriff auf ihren Computer ermöglicht. Damit konnten die Betrüger möglicherweise direkt auf das Gerät zugreifen.

Der Fall zeigt, wie langfristig und professionell angelegt Betrugsmaschen rund um vermeintliche Investments im Internet sein können.

Alles begann mit einem Angebot in sozialen Medien

Auf die angebliche Geldanlage war die 57-Jährige über soziale Medien aufmerksam geworden. Dort stieß sie auf ein Angebot, das offenbar den Eindruck einer seriösen Investitionsmöglichkeit vermittelte.

Was zunächst nach einer Chance auf attraktive Gewinne aussah, entwickelte sich über Monate zu einem erheblichen finanziellen Schaden.

Die Frau überwies nach Polizeiangaben wiederholt Geld. Dabei floss das Kapital nicht auf ein einziges Konto: Insgesamt zahlte sie rund 100.000 Euro auf verschiedene Konten ein.

Gerade diese schrittweise Vorgehensweise ist bei Anlagebetrug besonders tückisch. Betroffene verlieren nicht zwingend mit einer einzigen Überweisung eine große Summe. Stattdessen können immer neue Zahlungen verlangt werden, während ihnen weiterhin Gewinne oder eine erfolgreiche Geldanlage in Aussicht gestellt werden.

Im vorliegenden Fall dauerte dies offenbar mehrere Monate.

100.000 Euro überwiesen – doch der Gewinn kam nie

Die erhoffte Auszahlung blieb schließlich aus. Trotz der hohen Einzahlungen erhielt die Frau den ihr versprochenen Gewinn nicht.

Damit stand am Ende eine erschreckende Bilanz: 100.000 Euro waren überwiesen worden, ohne dass die versprochene Rendite bei der Anlegerin ankam.

Ob und in welchem Umfang das verlorene Geld noch sichergestellt werden kann, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Auch Einzelheiten dazu, über welche Plattform oder welche konkreten Anbieter die vermeintliche Geldanlage abgewickelt wurde, werden in der Meldung nicht genannt.

Betrüger bekamen Fernzugriff auf den Computer

Ein weiteres Detail des Falls macht deutlich, wie weit das Vertrauen der 57-Jährigen offenbar ging. Sie gestattete den Betrügern Fernzugriff auf ihren Computer.

Solche Programme haben grundsätzlich legitime Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise wenn Techniker einem Kunden bei Computerproblemen helfen. Gerät der Zugriff jedoch in falsche Hände, entsteht ein erhebliches Risiko.

Wer einem Unbekannten die Fernsteuerung seines Computers ermöglicht, kann diesem je nach verwendeter Software weitreichenden Zugriff auf das Gerät verschaffen. Besonders gefährlich wird dies, wenn währenddessen persönliche Daten, E-Mails oder Finanzinformationen aufgerufen werden.

Welche konkreten Handlungen die Täter im Fall der Frau aus dem Wartburgkreis über den Fernzugriff vorgenommen haben, ist anhand der bislang veröffentlichten Informationen nicht bekannt.

Vertrauen wird über Wochen oder Monate aufgebaut

Der Fall verdeutlicht zudem ein wesentliches Merkmal vieler Formen des Anlagebetrugs: Die Täter setzen häufig nicht ausschließlich auf einen schnellen Geldtransfer.

Stattdessen kann über längere Zeit der Eindruck entstehen, tatsächlich an einer erfolgreichen Geldanlage beteiligt zu sein. Auf vermeintlichen Handelsplattformen können beispielsweise Kontostände oder Gewinne angezeigt werden. Ob diese Werte tatsächlich existieren, lässt sich für Betroffene häufig nur schwer erkennen.

Problematisch wird es spätestens dann, wenn eine Auszahlung nicht funktioniert oder plötzlich weitere Zahlungen verlangt werden.

Der hohe Schaden im Wartburgkreis zeigt, welche Dimension solche Fälle erreichen können. Aus mehreren einzelnen Überweisungen summierte sich der Verlust innerhalb einiger Monate auf einen sechsstelligen Betrag.

Vorsicht bei Investmentwerbung in sozialen Netzwerken

Der Fall ist zugleich eine Warnung davor, vermeintliche Anlageangebote aus sozialen Netzwerken ungeprüft anzunehmen. Ein professioneller Internetauftritt oder überzeugend auftretende Ansprechpartner sind allein kein Beleg dafür, dass tatsächlich ein seriöses Finanzunternehmen hinter einem Angebot steht.

Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn Anleger unter Zeitdruck gesetzt werden, außergewöhnlich hohe oder vermeintlich sichere Renditen versprochen bekommen oder Geld auf ständig wechselnde Konten überweisen sollen.

Auch die Aufforderung, eine Fernwartungssoftware zu installieren und einem angeblichen Berater Zugriff auf den eigenen Computer zu gewähren, sollte ein deutliches Warnsignal sein.

Ein Fall mit bitterem Ende

Für die 57-Jährige aus dem Wartburgkreis kam die Erkenntnis offenbar erst nach einer langen Reihe von Zahlungen. Über Monate hatte sie Geld investiert und auf die versprochene Rendite vertraut.

Am Ende blieb von der vermeintlichen Investmentchance ein Schaden von rund 100.000 Euro.

Der Fall macht damit deutlich, wie gefährlich die Verbindung aus sozialen Medien, vermeintlich professionellen Anlageangeboten und persönlicher Betreuung durch unbekannte Ansprechpartner werden kann.

Was auf dem Bildschirm wie eine erfolgreiche Geldanlage erscheinen mag, muss nicht zwangsläufig existieren. Im Fall der 57-Jährigen waren die versprochenen Gewinne nie Realität – der Verlust von 100.000 Euro dagegen schon.

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