Wer hätte das vor Saisonbeginn vorhergesagt? Nach zwei Spieltagen heißt der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga FC Augsburg. Dahinter drängen Freiburg, Dortmund und sensationell auch Elversberg. Bayern lässt auf Schalke Punkte liegen, Leverkusen meldet sich eindrucksvoll zurück – und beim HSV brennt nach einem 0:5 gegen Mainz bereits früh in der Saison der Baum.
Was für ein zweiter Spieltag.
Neun Spiele, jede Menge Tore, mehrere Überraschungen – und eine Tabelle, bei der man sicherheitshalber zweimal hinschauen muss.
Denn ganz oben steht tatsächlich:
FC Augsburg.
Augsburg schreibt Vereinsgeschichte
Der FC Augsburg hat erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte die Tabellenführung übernommen.
Und wie.
Beim 4:1 in Frankfurt lag der FCA zunächst sogar zurück. Jonathan Burkardt brachte die Eintracht bereits in der sechsten Minute in Führung.
Dann kamen 103 Sekunden, die das Spiel komplett drehten.
Arijon Ibrahimovic traf unmittelbar nach der Pause zum 1:1, Robin Fellhauer legte fast sofort das 2:1 nach. Alexis Claude-Maurice erhöhte später auf 3:1, ehe Fabian Rieder mit einem sehenswerten Freistoß den Schlusspunkt setzte.
Nach dem 3:0 zum Auftakt gegen Schalke besitzt Augsburg damit sechs Punkte und 7:1 Tore.
Zum ersten Mal überhaupt grüßt der FCA von Platz eins.
Für Eintracht Frankfurt sieht es dagegen bereits unangenehm aus: ein Punkt aus zwei Spielen und sieben Gegentore.
Schalke stoppt die Bayern
Eine der größten Überraschungen des Wochenendes gelang Aufsteiger Schalke 04.
Die Gelsenkirchener hielten gegen den FC Bayern ein 0:0.
Und das nicht allein mit Glück.
Schalke verteidigte leidenschaftlich, hielt körperlich dagegen und machte dem Meister das Leben über 90 Minuten schwer. Für den Aufsteiger fühlte sich der Punkt entsprechend fast wie ein Sieg an.
Bayern bleibt zwar ungeschlagen, muss aber schon am zweiten Spieltag erstmals Punkte abgeben.
HSV erlebt einen Albtraum
Ganz andere Stimmung in Hamburg.
Der HSV ging im Volksparkstadion gegen Mainz 05 regelrecht unter.
0:5.
Sheraldo Becker eröffnete das Debakel in der 19. Minute. Phillipp Mwene erhöhte vor der Pause, Phillip Tietz traf kurz nach Wiederanpfiff und später ein zweites Mal.
Und als wäre der Nachmittag für den HSV noch nicht bitter genug gewesen, erzielte ausgerechnet Ex-Hamburger Ransford-Yeboah Königsdörffer in der Nachspielzeit das 5:0.
Nach zwei Spieltagen wartet Hamburg weiter auf das erste Saisontor.
Mainz dagegen feierte seinen ersten Sieg – und zwar einen, der kaum deutlicher hätte ausfallen können.
Elversberg macht einfach weiter
Wer auf einen schnellen Realitätsschock für Aufsteiger SV Elversberg gewartet hat, wartet weiterhin.
Nach dem sensationellen Auftaktsieg gegen Leverkusen gewann Elversberg nun auch bei Borussia Mönchengladbach.
Und dieses Spiel war völlig verrückt.
Gladbach führte bereits mit zwei Toren.
Am Ende stand es:
Gladbach 3, Elversberg 4.
Der Aufsteiger drehte die Partie und musste dabei zusätzlich eine höchst umstrittene Schiedsrichterentscheidung verkraften.
Sechs Punkte aus zwei Spielen.
Elversberg steht damit nach zwei Spieltagen tatsächlich in der Spitzengruppe der Bundesliga.
Dortmund dreht ein 0:2
Auch Borussia Dortmund bewies Comeback-Qualitäten.
Bei der TSG Hoffenheim sah es zunächst richtig schlecht aus.
Leon Avdullahu brachte Hoffenheim in Führung, Tim Lemperle erhöhte nach der Pause auf 2:0.
Doch dann brauchte der BVB nur wenige Minuten.
Serhou Guirassy traf in der 61. Minute.
Fábio Silva in der 66.
2:2.
Kurz vor Schluss sorgte ein Eigentor von Albian Hajdari schließlich für Dortmunds 3:2-Sieg.
Der BVB hat damit ebenfalls sechs Punkte aus den ersten beiden Spielen.
Ob die Leistung schon meisterlich war, lässt sich diskutieren.
Die Ausbeute ist es bislang jedenfalls.
Leverkusen reagiert auf die Auftakt-Blamage
Bayer Leverkusen hatte nach der überraschenden Niederlage zum Saisonstart in Elversberg einiges gutzumachen.
Union Berlin bekam den Frust zu spüren.
4:0 für Leverkusen.
Bayer dominierte die Partie und rehabilitierte sich damit eindrucksvoll für den misslungenen Auftakt. Bei Union war die Vorstellung dagegen derart schwach, dass die Sportschau bereits von einem „besorgniserregenden“ Auftritt sprach.
Für Leverkusen dürfte das vor allem psychologisch wichtig gewesen sein.
Aus einer möglichen frühen Krise wurde innerhalb von 90 Minuten erst einmal wieder Aufbruchstimmung.
Füllkrug ist zurück – und Werder schlägt Leipzig
Auch in Bremen wurde gefeiert.
Werder besiegte RB Leipzig verdient mit 3:1.
Besonders schön aus Bremer Sicht: Die Rückkehrer und Neuzugänge standen im Mittelpunkt.
Eren Dinkci traf bereits nach vier Minuten.
Dann kam Niclas Füllkrug.
Zurück im Weserstadion.
- Minute.
Kopfball.
Tor.
Marco Grüll machte mit dem 3:0 endgültig alles klar, Ridle Baku erzielte in der Nachspielzeit lediglich noch den Leipziger Ehrentreffer.
Nach der schwachen Auftaktniederlage war das eine deutliche Antwort der Bremer.
Für Leipzig dagegen war viel Ballbesitz am Ende ziemlich wertlos.
Freiburg gewinnt auch das zweite Spiel
Fast ein wenig unter all den spektakulären Geschichten geht der SC Freiburg unter.
Dabei haben die Breisgauer schlicht das gemacht, was erfolgreiche Mannschaften gerne tun:
Gewonnen.
In Paderborn reichte ein Treffer von Maximilian Eggestein zum 1:0.
Paderborn war besonders nach der Pause keineswegs chancenlos, blieb aber auch im zweiten Bundesligaspiel ohne eigenen Treffer.
Freiburg steht damit ebenfalls bei sechs Punkten.
Stuttgart mit Traumtor-Festival
Bereits am Freitag hatte der VfB Stuttgart ein deutliches Zeichen gesetzt.
Gegen den 1. FC Köln gewann Stuttgart 4:1.
Bilal El Khannouss eröffnete das Toreschießen mit einem Traumtor. Grischa Prömel, Ermedin Demirovic und Josha Vagnoman trafen ebenfalls – wobei auch Vagnomans Treffer sehenswert war.
Köln bekam zwar zwischenzeitlich Möglichkeiten, wurde für seine Fehler aber gnadenlos bestraft.
Die Tabelle sieht plötzlich ziemlich ungewöhnlich aus
Nach dem zweiten Spieltag steht der FC Augsburg mit sechs Punkten und 7:1 Toren an der Spitze.
Auch Freiburg, Dortmund und Elversberg haben ihre beiden ersten Saisonspiele gewonnen.
Dass ausgerechnet Augsburg und Elversberg nach zwei Spieltagen ganz oben mitmischen, gehört zu den Geschichten, die diese frühe Saisonphase so unterhaltsam machen.
Bayern liegt nach dem Remis auf Schalke erstmals etwas zurück.
Leverkusen hat sich zurückgemeldet.
Und am anderen Ende beginnt bei einigen Vereinen bereits die Nervosität.
Vor allem in Hamburg.
Gewinner des Spieltags
Der größte Gewinner ist ohne Zweifel Augsburg.
Sechs Punkte.
Sieben Tore.
Nur ein Gegentor.
Und erstmals Tabellenführer der Bundesliga.
Dicht dahinter steht Elversberg, das weiterhin sämtliche Erwartungen übertrifft.
Auch Dortmund kann mit sechs Punkten zufrieden sein, selbst wenn der Auftritt in Hoffenheim lange alles andere als souverän war.
Und Schalke?
Ein 0:0 gegen Bayern ist für einen Aufsteiger durchaus geeignet, um ein bisschen Euphorie zu entfachen.
Verlierer des Spieltags
Ganz vorne steht der HSV.
Ein 0:5 zu Hause und nach zwei Spielen noch immer ohne eigenes Tor – schlechter hätte der Start kaum laufen können.
Auch Frankfurt muss aufpassen. Nach zwei Spieltagen steht nur ein Punkt zu Buche.
Union wurde in Leverkusen vorgeführt.
Und Gladbach wird sich noch einige Zeit fragen, wie man gegen einen Aufsteiger eine Zwei-Tore-Führung verspielen und am Ende vier Gegentore kassieren konnte.
Und jetzt kommt der dritte Spieltag
Schon am kommenden Wochenende gibt es einige hochinteressante Duelle.
Vor allem Augsburg kann zeigen, wie ernst es der neue Tabellenführer wirklich meint.
Der Gegner:
Bayer Leverkusen.
Elversberg empfängt die Bayern.
Mainz bekommt es mit Frankfurt zu tun.
Und der HSV?
Der muss nach Leipzig.
Nach diesem 0:5 dürfte das schon jetzt eines der Spiele sein, bei denen es weit mehr als nur um drei Punkte geht.
Nach zwei Spieltagen ist selbstverständlich noch niemand Meister und niemand abgestiegen.
Aber eines lässt sich bereits sagen:
Langweilig wird diese Bundesliga-Saison offenbar nicht.
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