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Friedensgespräche setzen starke Zeichen, doch Russland und die Ukraine bleiben weit auseinander

ChiaJo (CC0), Pixabay
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Die Gespräche in Kyjiw waren von großer Symbolkraft geprägt. Erstmals seit Beginn der russischen Großinvasion reisten Gesandte von US-Präsident Donald Trump in die Ukraine. Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner kamen mit dem Zug, da ein Flug angesichts der anhaltenden Gefahr durch russische Drohnen als zu riskant galt. Nur wenige Stunden zuvor hatten sie noch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml gesprochen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj empfing die beiden Amerikaner an der Sophienkathedrale. Der historisch bedeutende Ort befindet sich nur wenige Meter von einem Gebäude des ukrainischen Sicherheitsdienstes entfernt, das am Freitag von russischen Drohnen getroffen worden war. Mit der Wahl dieses Treffpunkts wollte Selenskyj offenbar auf die fortdauernde Bedrohung seines Landes aufmerksam machen.

Die Gespräche dauerten mehrere Stunden. Später beteiligten sich auch europäische Sicherheitsberater, darunter der britische Nationale Sicherheitsberater Jonathan Powell. Anschließend bezeichneten alle Beteiligten den Austausch als gehaltvoll und äußerten die Hoffnung, frühere trilaterale Gesprächsformate unter Beteiligung der USA und Europas wiederaufnehmen zu können.

Trotz der positiven Worte bestehen zwischen Moskau und Kyjiw weiterhin grundlegende Differenzen. Putin hatte den US-Gesandten erklärt, Russland erziele auf dem Schlachtfeld spürbare Fortschritte. Die ukrainische Seite widerspricht dieser Darstellung. Nach ihren Angaben gewann die Ukraine im August mehr Gebiet zurück, als sie verlor. Zugleich sollen rund 42.000 russische Soldaten getötet oder verwundet worden sein.

Putin besteht außerdem darauf, die von ihm so bezeichneten Ursachen des Konflikts zu beseitigen. Gemeint sind damit seine seit Langem erhobenen Forderungen: Die Ukraine soll Gebiete abtreten, auf einen NATO-Beitritt verzichten und ihre Streitkräfte verkleinern.

Selenskyj machte nach den Gesprächen deutlich, dass sein Land starke und eindeutige Sicherheitsgarantien benötige. Dazu gehöre ausdrücklich auch eine leistungsfähige ukrainische Armee. Eine Bereitschaft, Gebiete im östlichen Donbas aufzugeben, ließ er nicht erkennen. Die Territorialfrage bezeichnete er lediglich als schwierig.

Witkoff erklärte, es seien Fortschritte erzielt worden und die Voraussetzungen für eine Einigung grundsätzlich vorhanden. Gleichzeitig räumte er ein, dass beide Seiten Zugeständnisse machen müssten, um ihre Positionen einander anzunähern. Derzeit gibt es jedoch kaum Anzeichen dafür, dass Russland oder die Ukraine zu solchen Kompromissen bereit sind.

In Kyjiw geht man deshalb vorerst davon aus, dass die Kämpfe weitergehen und dem Land ein harter Winter bevorsteht. Einige Diplomaten sehen im kommenden Frühjahr eine mögliche Gelegenheit für neue Verhandlungen. Andere beurteilen die Aussichten deutlich skeptischer.

Selenskyj dankte den amerikanischen Gesandten für ihren Besuch. Eine von beiden Seiten vereinbarte kurze Unterbrechung der Luftangriffe verschaffte der Bevölkerung Kyjiws zumindest vorübergehend etwas Ruhe. Dass diese Feuerpause lange anhalten wird, erwarten jedoch nur wenige.

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