Mehrere Todes- und Vermisstenfälle von Menschen mit Bezug zu sensibler Forschung in den USA sorgen derzeit für Spekulationen im Internet. Doch Angehörige der Betroffenen weisen die kursierenden Verschwörungstheorien entschieden zurück – und empfinden sie als belastend.
Im Mittelpunkt steht unter anderem der Fall des Astronomen Carl Grillmair, der im Februar in Kalifornien erschossen wurde. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen und angeklagt. Für seine Witwe ist der Fall klar: Sie geht von einem persönlichen Motiv aus und nicht von einem größeren Zusammenhang.
Dennoch wird Grillmairs Tod online mit weiteren Fällen verknüpft. Insgesamt etwa zehn Personen – darunter Wissenschaftler, aber auch andere Berufsgruppen mit Bezug zu Forschungseinrichtungen – werden in sozialen Netzwerken als Teil eines angeblichen Musters dargestellt.
Experten widersprechen dieser Darstellung. Sie verweisen darauf, dass bei Hunderttausenden Beschäftigten in sicherheitsrelevanten Bereichen statistisch gesehen eine gewisse Zahl an Todesfällen und Verbrechen zu erwarten sei. Ein tatsächlicher Zusammenhang lasse sich nicht belegen.
Auch andere Angehörige haben öffentlich versucht, Gerüchte zu entkräften. So erklärte die Familie eines vermissten ehemaligen Generals, es gebe Hinweise darauf, dass dieser sein Verschwinden selbst geplant habe. In anderen Fällen liegen laut Behörden konkrete Erklärungen vor – von individuellen Gewalttaten bis hin zu gesundheitlichen Ursachen.
Für die Hinterbliebenen bleibt vor allem der Umgang mit den Spekulationen belastend. Sie berichten von direkten Anfragen und anhaltenden Gerüchten im Netz. Die Theorien würden nicht nur falsche Zusammenhänge herstellen, sondern auch die Erinnerung an die Verstorbenen verzerren.
Im Fall Grillmair wünschen sich die Angehörigen, dass der Fokus wieder stärker auf sein Leben und seine Arbeit gerichtet wird – und nicht auf unbelegte Spekulationen.
Kommentar hinterlassen