Der Freispruch eines Ladenbesitzers nach der tödlichen Erschießung eines schwarzen 14-Jährigen sorgt in den USA erneut für heftige Diskussionen über Notwehr, Waffenbesitz und Rassismus.
Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat South Carolina sprach den 61-jährigen Ladenbesitzer Chikei Rick Chow vom Vorwurf des Mordes frei. Der Mann hatte im Jahr 2023 den Jugendlichen Cyrus Carmack-Belton erschossen, nachdem er ihn aus seinem Geschäft verfolgt hatte.
Der Fall hatte weit über die Region hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt und insbesondere in der afroamerikanischen Gemeinschaft große Trauer und Wut ausgelöst.
Nach der Urteilsverkündung brach die Familie des getöteten Jugendlichen im Gerichtssaal in Tränen aus. Augenzeugen berichteten von Schreien und emotionalen Szenen.
Im Prozess standen sich zwei völlig unterschiedliche Darstellungen gegenüber.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Chow habe den Jugendlichen aus Wut verfolgt, weil er geglaubt habe, dieser habe vier Flaschen Wasser gestohlen. Der Teenager sei mehr als 100 Meter weit verfolgt und schließlich von hinten erschossen worden.
Die Verteidigung zeichnete dagegen das Bild eines Vaters, der seinen Sohn schützen wollte. Laut Anwalt habe der Jugendliche während der Verfolgung eine Waffe auf Chows Sohn gerichtet.
Tatsächlich war bekannt geworden, dass der 14-Jährige eine halbautomatische Pistole bei sich hatte. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, die Waffe sei während der Flucht zu Boden gefallen und der Jugendliche habe niemanden bedroht.
Mehrere Zeugen hätten ausgesagt, dass sie keine Waffe in den Händen des Jugendlichen gesehen hätten. Der zuständige Staatsanwalt erklärte vor Gericht:
„Niemand außer Mitglieder der Familie Chow haben behauptet, dass die Waffe gezielt wurde.“
Der Fall hatte bereits 2023 zahlreiche Mahnwachen und Proteste ausgelöst. Vor dem Geschäft wurden damals Wasserflaschen ausgelegt, die den Namen „Cyrus“ formten – als Symbol für den Jugendlichen, dessen Tod viele Menschen bis heute erschüttert.
Der Freispruch dürfte die gesellschaftliche Debatte über Gewalt, Selbstverteidigung und den Umgang mit bewaffneten Jugendlichen in den USA erneut anheizen.
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