Der republikanische US-Kongressabgeordnete Tom Kean kandidiert am Dienstag ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit im US-Repräsentantenhaus. Trotzdem sorgt seine Situation in Washington zunehmend für Unruhe – denn der Politiker ist seit fast drei Monaten praktisch von der Bildfläche verschwunden.
Kean nahm zuletzt Anfang März an Abstimmungen im Kongress teil. Seitdem fehlt er im Parlament in Washington. Öffentlich erklärte er Ende April lediglich, dass er mit einem „persönlichen medizinischen Problem“ zu kämpfen habe. Konkrete Angaben zu seinem Gesundheitszustand machte er jedoch nicht.
Zwar kündigte Kean mehrfach an, bald zurückzukehren, doch ein konkretes Datum gibt es bis heute offenbar nicht. Selbst die republikanische Führung um Sprecher Mike Johnson soll intern nicht wissen, wann der Abgeordnete tatsächlich wieder einsatzfähig ist.
Das sorgt insbesondere deshalb für Nervosität, weil Keans Wahlkreis in New Jersey als einer der umkämpftesten Sitze der USA gilt. Die Republikaner verfügen im Repräsentantenhaus ohnehin nur über eine äußerst knappe Mehrheit. Jeder fehlende Abgeordnete erschwert die Mehrheitsbeschaffung bei Abstimmungen erheblich.
Innerhalb der Partei wächst deshalb offenbar die Sorge:
Nicht nur um Keans Gesundheit, sondern auch um die politische Wirkung seines langen Verschwindens.
Mehrere Republikaner sollen laut Berichten zunehmend frustriert darüber sein, dass Keans Team kaum Informationen liefert und öffentliche Nachfragen weitgehend unbeantwortet bleiben. Kritiker innerhalb der Partei sprechen intern bereits von einem „PR-Desaster“.
Zusätzlich beschäftigt viele Republikaner eine weitere Frage:
Was passiert, wenn Kean nach der Vorwahl doch noch auf eine Kandidatur verzichten müsste?
Nach den Wahlgesetzen des Bundesstaates New Jersey könnten in diesem Fall Parteifunktionäre kurzfristig einen Ersatzkandidaten bestimmen. Gerade in einem wichtigen Swing District wäre das jedoch ein erhebliches Risiko für die Republikaner im Vorfeld der Zwischenwahlen.
Trotz seiner Abwesenheit erhält Kean weiterhin Unterstützung aus der Parteiführung. Auch Donald Trump sprach ihm bereits offiziell seine Unterstützung aus.
Die Demokraten halten sich bislang mit Angriffen auf Keans Gesundheitszustand noch weitgehend zurück. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass sich dies nach den Vorwahlen schnell ändern könnte.
Während Kean selbst seit Monaten nicht öffentlich auftritt, werden Termine in seinem Wahlkreis inzwischen offenbar überwiegend von Mitarbeitern wahrgenommen. Seine Social-Media-Kanäle bleiben dagegen weiterhin aktiv.
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