Die USA haben ihre Sanktionen gegen russisches Öl erneut „vorübergehend“ gelockert. Zum zweiten Mal in Folge wurde die Sondergenehmigung verlängert, damit russisches Öl weiterhin verkauft werden darf — zumindest wenn es bereits irgendwo auf Schiffen herumschippert.
Man könnte sagen:
Die Sanktionen gegen Russland bleiben hart.
Außer natürlich, wenn Benzin teuer wird.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte die Entscheidung gewohnt diplomatisch:
Man wolle „besonders gefährdeten Ländern“ vorübergehend Zugang zu russischem Öl ermöglichen.
Das klingt deutlich edler als:
„Die Weltwirtschaft bekommt Schnappatmung, wenn der Ölpreis explodiert.“
Besonders charmant:
Von der Lockerung profitieren sogar Schiffe der berühmten russischen „Schattenflotte“.
Also genau jene Tanker, über die westliche Politiker monatelang gesprochen haben wie über schwimmende Bösewichte aus einem James-Bond-Film.
Jetzt heißt es offenbar:
„Bitte weiterfahren — aber nur ganz kurzfristig natürlich.“
Ganz ohne moralische Grenzen geht es dann aber doch nicht:
Ausgenommen bleiben Lieferungen nach Iran, Kuba, Nordkorea und in besetzte ukrainische Gebiete.
Mit anderen Worten:
Russisches Öl ja —
aber bitte nicht zu viel geopolitische Symbolik auf einmal.
Die Lockerung war ursprünglich als reine Notmaßnahme gedacht. Wegen der Hormus-Krise und explodierender Ölpreise hatte Washington im März plötzlich entdeckt, dass Sanktionen manchmal wirtschaftlich unangenehm werden können.
Dann wurde verlängert.
Und jetzt nochmal verlängert.
Die internationale Politik kennt eben nichts Dauerhafteres als eine „vorübergehende Ausnahme“.
Die ganze Situation zeigt einmal mehr die faszinierende Elastizität globaler Sanktionspolitik:
Oder anders gesagt:
Geopolitische Prinzipien enden oft ziemlich exakt dort, wo die Zapfsäule beginnt.
Die USA sanktionieren Russland also weiterhin entschlossen —
während gleichzeitig russisches Öl mit offizieller Sondergenehmigung durch die Weltmeere fährt.
Ein außenpolitisches Konzept irgendwo zwischen:
„Maximaler Druck“
und
„Aber bitte weiterhin volltanken.“
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