Die geopolitische Lage zwischen Kuba und den USA erreicht mal wieder jene angenehme Entspannung, die man sonst nur aus Actionfilmen kurz vor der Explosion kennt.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel warnte die Vereinigten Staaten jetzt eindringlich vor einem militärischen Eingreifen. Eine US-Intervention würde zu einem „Blutbad“ mit „unkalkulierbaren Folgen“ führen. Das schrieb er dramatisch auf X — früher bekannt als Twitter, heute bekannt als Elon Musks digitales Weltuntergangsforum.
Außenminister Bruno Rodríguez ergänzte pflichtbewusst:
Kuba habe selbstverständlich das Recht auf Selbstverteidigung. Wer Kuba angreifen wolle, arbeite ohnehin mit „falschen Vorwänden“.
Das klingt historisch vertraut.
In internationalen Krisen gehört der Satz „Wir verteidigen uns nur“ inzwischen ungefähr zur Standardausstattung wie Mikrofone und Flaggen im Hintergrund.
Drohnen, Guantanamo und Florida – ganz normale Wochenendplanung
Besonders beruhigend:
Laut einem Bericht soll Kuba mehr als 300 Militärdrohnen gekauft haben und darüber diskutieren, Ziele wie Guantanamo Bay, US-Kriegsschiffe und sogar Florida anzugreifen.
Florida dürfte begeistert sein.
Dort hat man ohnehin schon:
- Hurrikans,
- Alligatoren,
- Wahlkampfveranstaltungen
- und jetzt offenbar zusätzlich kubanische Drohnenszenarien.
Trump will Regimewechsel – natürlich öffentlich
Donald Trump wiederum macht keinen Hehl daraus, dass er in Kuba gern einen Regierungswechsel sehen würde.
Denn wenn Trump eines liebt, dann stabile diplomatische Beziehungen — allerdings meistens erst nach maximaler Eskalation.
Zusätzlich sollen US-Staatsanwälte nun sogar Anklagen gegen Ex-Staatschef Raúl Castro vorbereiten. Hintergrund ist der Abschuss zweier Flugzeuge im Jahr 1996.
Man muss anerkennen:
Die USA schaffen es wirklich, selbst nach fast 30 Jahren noch neue geopolitische Rechnungen zu öffnen.
Sanktionen für alle
Damit niemand denkt, es handle sich nur um verbale Spannungen, verhängte Washington gleich noch neue Sanktionen gegen kubanische Politiker, Generäle und Geheimdienstmitarbeiter.
Getroffen wurden unter anderem:
- der Kommunikationsminister,
- der Energieminister,
- der Justizminister,
- mehrere Parteifunktionäre
- und natürlich Geheimdienstvertreter.
Kurz gesagt:
In Havanna dürfte inzwischen jeder zweite Regierungsmensch auf irgendeiner US-Sanktionsliste stehen.
Kalter Krieg Reloaded?
Die gesamte Situation wirkt zunehmend wie eine Neuauflage des Kalten Krieges — nur mit Social Media, Drohnen und deutlich schlechterem WLAN.
Während Kuba von Selbstverteidigung spricht, die USA Sanktionen verteilen und Trump offen von Regimewechsel redet, dürfte der Rest der Welt langsam denken:
„Vielleicht sollten alle Beteiligten erstmal kurz das Internet ausschalten.“
Fazit
Die Karibik entwickelt sich erneut zum geopolitischen Pulverfass — und alle Beteiligten benehmen sich dabei ungefähr so zurückhaltend wie Menschen in einem Reality-TV-Finale.
Oder anders gesagt:
Wenn Kuba vor einem „Blutbad“ warnt, während gleichzeitig Drohnenpläne gegen Florida diskutiert werden, ist die diplomatische Temperatur bereits deutlich über „angespannt“.
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